Ärzte Zeitung online, 27.10.2008

Zeitung trotz beruflicher Informationen nicht von Steuer absetzbar

KASSEL (dpa). Eine Tageszeitung kann auch dann nicht von der Steuer abgesetzt werden, wenn sie aktuelle berufsbezogene Informationen enthält. Das entschied das Hessische Finanzgericht in Kassel in einem Urteil. Das Urteil gilt nicht für Abonnenten der "Ärzte Zeitung".

Wegen des breiten Informationsspektrums einer Tageszeitung spielten berufsbezogene Informationen regelmäßig nur eine untergeordnete Rolle. Daher diene sie überwiegend privaten und nicht beruflichen Zwecken.

Das Gericht wies mit seinem grundlegenden Urteil die Klage eines Steuerberaters ab. Der Kläger hatte sich dagegen gewandt, dass das Finanzamt die Kosten für ein Abonnement der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" nicht als Werbungskosten anerkannt hatte. Zur Begründung verwies der Kläger darauf, er sei nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs verpflichtet, sich in Steuerfragen auch tagesaktuell zu informieren. Andernfalls riskiere er bei einer Falschberatung eine Haftung.

Das Finanzgericht ließ sich davon nicht überzeugen. Wie das Finanzamt meinten auch die Richter, dass eine Anerkennung als Arbeitsmittel daran scheitere, dass Tageszeitungen berufsbezogene Informationen allenfalls gelegentlich enthielten. In erster Linie diene ihre Lektüre dagegen einem allgemeinen Informationsbedürfnis.

Das Urteil gilt nicht für Abonnenten der "Ärzte Zeitung". Als Fachzeitung kann dieses Abonnement als Werbekosten steuerlich geltend gemacht werden.

Az.: 13 K 3379/07

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Finanzen/Steuern (10317)

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