Ärzte Zeitung, 24.11.2008

Anlagenkolumne

Nach den Börsengesetzen dürfen sich Anleger auf 2009 freuen

Allen Rezessionsängsten und Konjunkturflauten zum Trotz: 2009 könnte für die Aktienmärkte ein gutes Jahr werden.

Von Gottfried Urban

Alles hat seinen eigenen Rhythmus. Das gilt für den Wechsel der Jahreszeiten ebenso wie für die Finanzmärkte. So folgt der US-Dollar seit Jahrzehnten einem relativ stabilen Muster. Seit 1970 neigt er in der Tendenz zur Schwäche. Nach etwa fünf- bis siebenjähriger Stärke (1980 bis 1985, 1996 bis 2001) folgt eine Schwächephase, die sieben bis zehn Jahre anhält (1970 bis 1980, 1985 bis 1996, 2001 bis 2008).

Beim Öl lässt sich seit über 100 Jahren ein ähnliches Muster beobachten. Auf eine zehn Jahre dauernde Phasen steigender Preise (zum Beispiel 1912 bis 1922 oder 1998 bis 2008) folgt auf dem Rohölmarkt mit schöner Regelmäßigkeit eine 15- bis 20-jährige Seitwärtsbewegung.

Auch der Aktienmarkt folgt einem markanten Langfristmuster: Aufwärtsphasen dauern zwischen 15 und 25 Jahren. Anschließend folgen die Kurse einer Seitwärtsbewegung, die etwa zehn bis 15 Jahre anhält, unterbrochen von kräftigen Kursschwankungen. Geht man davon aus, dass die letzte Seitwärtsphase im Jahr 2000 begonnen hat, könnten uns also durchaus noch einige schwierige Jahr ins Haus stehen.

Ein von mir sehr geschätzter Kollege stellte fest, dass es in den letzten 100 Börsenjahren zwei starke Kaufsignale und drei Verkaufssignale gab. "Buy and hold" funktionierte in den Jahren 1942 bis 1966 sowie in den Jahren 1982 bis 1999. Langfristige Trendsignale zum Verkauf lieferte der Markt 1929 und 1966 sowie im Jahr 2000. Gleichwohl gab es in diesen Marktphasen immer kräftige Erholungen um 100 Prozent und mehr.

In diesen Marktphasen sind reine Indexinvestments nur interessant, wenn man zur richtigen Zeit ein- und aussteigt. Besser ist es, in schwierigen Märkten auf solide Werte zu setzen, die eine gute Dividendenrendite zahlen und eine geringe Verschuldung aufweisen. Außerdem sollten sogenannte marktneutrale Strategien nicht fehlen. Diese Strategien können von steigenden und auch von fallenden Märkten profitieren, ergänzt mit weiteren Anlageklassen wie Immobilien.

Für 2009 steht die Ampel nach der Statistik wieder auf grün für die Aktienmärkte. Die Weltwirtschaft wird spätestens 2010 wieder an Fahrt gewinnen. Märkte nehmen solche Entwicklungen vorweg. Nach den alten Mustern haben wir in Rezessionsjahren gute Börsenkurse. So auch 1993, als der Dax um fast 50 Prozent zulegen konnte, obwohl die deutsche Wirtschaft um ein Prozent schrumpfte. Ein weiteres Verhaltensmuster gilt nach dem Platzen von Börsenblasen: Im dritten Jahr und im achten Jahr nach dem Knall waren Märkte schwach, im neunten Jahr gab es wieder signifikante Kurssteigerungen. Also gute Aussichten für 2009.

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