Ärzte Zeitung online, 28.11.2008

Schufa: Bisher keine höhere Verschuldungsgefahr wegen Finanzkrise

BERLIN (dpa). Trotz der Finanz- und Wirtschaftskrise rutschen die Bundesbürger laut einer Studie vorerst nicht massiv in die Schulden.

Für 2009 sei bislang keine kritische Entwicklung bei der Verschuldung und Überschuldung von Privatleuten zu erwarten, teilte die Auskunftei Schufa am heutigen Donnerstag in Berlin mit. Ihr Privatverschuldungsindex für Anzeichen von Kreditschwierigkeiten dürfte wie bereits in diesem Jahr im Vergleich zum Vorjahr stabil bleiben. "Wir sehen, dass sowohl Kreditgeber als auch Kreditnehmer offensichtlich umsichtig handeln." Im Vergleich der Bundesländer ist die Verschuldungsgefahr den Daten zufolge in Baden-Württemberg am kleinsten und in Berlin am größten.

Zahl überschuldeter Haushalte bleibt konstant

Mehr als 90 Prozent der Menschen in Deutschland hätten nach wie vor keine Verschuldungsprobleme, erläuterte die Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung (Schufa). Die Zahl überschuldeter Haushalte liege konstant bei 2,8 Millionen. Auch der Anteil der Konsumentenkredite, die von den Kunden nicht mehr bedient werden könnten, sei mit durchschnittlich 2,5 Prozent weiterhin relativ stabil. Als überschuldet gilt ein Haushalt, wenn nach Abzug der Lebenshaltungskosten und trotz Einschränkungen bei sonstigen Ausgaben das Geld für fristgerechte Tilgungszahlungen fehlt.

Regional ist die Verschuldungsgefahr sehr unterschiedlich. Am geringsten ist sie der Studie zufolge weiterhin in Baden-Württemberg, Bayern und Hessen, am höchsten in Berlin, auch wenn sich das Risiko dort etwas verminderte. Die größten Verschuldungsprobleme nach der Hauptstadt haben demnach Bremen und Sachsen-Anhalt.

Für die Studie hat die Schufa ihren anonymisierten Datenbestand über rund 65 Millionen Bürger ausgewertet. Die Einrichtung vermerkt zur Bonitätsprüfung von Privatleuten unter anderem Angaben zu Namen, Geburtsdatum, Girokonten oder Handy-Verträgen. Nicht gespeichert werden dagegen zum Beispiel Kontostände.

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