Ärzte Zeitung online, 07.01.2009

Forscher kritisieren Rentenprognosen der Bundesregierung

DÜSSELDORF (dpa). Die Rentenprognosen der Bundesregierung sind nach Ansicht von Wissenschaftlern zu optimistisch. Das Armutsrisiko künftiger Rentner werde systematisch unterschätzt. Zu diesem Schluss kommen die Wissenschaftlerinnen Professor Barbara Riedmüller und Michaela Willert von der Freien Universität Berlin.

"Da wird massiv schön gerechnet", sagte Willert am Dienstag. Die Forscherinnen hatten im Auftrag der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler- Stiftung den Alterssicherungsbericht 2005 der Bundesregierung und die Studie Altersvorsorge in Deutschland unter die Lupe genommen.

Die Berechnungsbasis der Prognosen bildeten sehr lange Erwerbszeiten von 45 Jahren, die keine Arbeitslosigkeit beinhalten, eine 100-prozentige Abdeckung durch Riester-Vorsorge sowie eine weitere zusätzliche Privatrente, so die Politikwissenschaftlerinnen. Solche Annahmen gingen an vielen realen Erwerbsbiografien vorbei. Dies sei "keine Grundlage für eine transparente Sozialpolitik".

In Deutschland bekämen ausgerechnet Geringverdiener im Alter auch bezogen auf ihr geringes Einkommen proportional weniger Rente als Besserverdiener. Diese Benachteiligung sei in den westlichen Industrieländern einmalig, dies belege eine OECD-Studie.

So erhalten Durchschnittsverdiener, die 2030 in Rente gehen, den Prognosen zufolge 72,6 Prozent ihres früheren Nettoeinkommens als Rente ausgezahlt. Wer nur zwei Drittel des Durchschnittseinkommens verdient hat, komme auf ein Netto-Rentenniveau von 68,6 Prozent. Besserverdienende, die um ein Drittel über dem Durchschnittseinkommen lagen, erhalten hingegen 75,8 Prozent.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

ALS ist mit Demenz eng verwandt

Stephen Hawking ist wohl der berühmteste Patient, der an Amyotropher Lateralsklerose leidet.Forscher haben nun herausgefunden, dass ALS und temporale Demenz eng verwandte Krankheitsbilder sind. Das könnte Einfluss auf das Diagnoseverfahren haben. mehr »

Innovationsfonds startet in die Versorgungsrealität

Der Innovationsfonds ist offiziell in die Umsetzungsphase gestartet. Die 300 Millionen Euro für das Jahr 2016 teilen sich 91 Versorgungs- und Forschungsprojekte. mehr »

Sind Computer bald die besseren Psychotherapeuten?

Immer mehr Online-Psychotherapien drängen auf den Markt. Die meisten sind weder besonders einfühlsam noch allzu intelligent. Dennoch sind die Erfolge erstaunlich. mehr »