Ärzte Zeitung, 19.01.2009

Britische Ärzte: 100 000 Euro nur für Überstunden

LONDON (ast). Immer mehr britische Haus- und Fachärzte verdienen große Summen an Bonus-Zahlungen, indem sie Überstunden für den staatlichen Gesundheitsdienst (National Health Service, NHS) leisten. Einige Mediziner verdienen auf diese Weise jährlich umgerechnet mehr als 100 000 Euro zusätzlich.

Wie aus aktuellen Zahlen des Londoner Gesundheitsministeriums hervorgeht, die zu Jahresbeginn in der britischen Presse veröffentlicht wurden, haben im vergangenen Jahr insgesamt 307 Ärztinnen und Ärzte im Königreich 250 000 Pfund (rund 270 000 Euro) oder mehr verdient. Immerhin 1122 Mediziner verdienten laut Gesundheitsministerium mehr als 200 000 Pfund brutto im vergangenen Jahr.

Die Mehrzahl der Großverdiener sind Fachärzte an den NHS-Kliniken. Großbritannien hat ein Primärarztsystem. Fachärzte praktizieren in den staatlichen Krankenhäusern und nicht in eigenen Praxen.

Bislang war es so, dass staatlich praktizierende Haus- und Fachärzte in Großbritannien oftmals zusätzliches Geld mit der Behandlung von privat versicherten Patienten verdienten. Denn rund jeder zehnte Patient im Königreich verfügt über privaten Krankenversicherungsschutz.

Neu ist allerdings dass immer mehr britische Kollegen zusätzliches Einkommen damit verdienen, innerhalb des staatlichen Gesundheitsdienstes zu praktizieren.

Vor allem im Primärarztbereich: Hunderte Hausärzte erweiterten in den vergangenen vier Jahren ihr Leistungsangebot, indem sie zum Beispiel Ernährungsberatung oder Schwangerschaftsvorsorgeuntersuchungen anbieten, für die Patienten bislang in ein Krankenhaus hatten gehen müssen.

Auch die Fachärzte leisten heute mehr und verdienen dementsprechend besser.

[19.01.2009, 16:35:47]
Helmut Karsch 
Relative Honorare
Wenn man sich vergegenwärtigt auf welcher Basis diese Zahlen entstanden sind, wird der Hausarztverband auch diese Zahlen nutzen, um zu suggerieren, dass diese Bruttoeinkünfte mit seiner Mandatierung auch erreichbar wäre.
Fakt ist,dass die Arztdichte und die Verfügbarkeit von ärztlichen Leistungen( Wartezeitendiskussion) nicht verglichen werden kann. Es sei denn der Hausarztverband erklärt, dass von seinen Mitgliedern nur noch 70% Leistungen erbringen dürfen, bei gleicher Geldmenge. Dann geht die Rechnung in eine vergleichbare Richtung. Die Arztdichte in England ist so nicht vergleichbar.
Man sollte also nicht Äpfel mit Birnen vergleichen. Brutto heisst doch über alles, also auch die Privatpatienten.  zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Amazonas-Volk hat die gesündesten Gefäße weltweit

In einer geradezu heroischen Studie haben US-Forscher Eingeborene der Amazonas-Region zur Calcium-Score-Messung in einen CT-Scanner geschoben. Noch nie wurde ein Volk mit so gesunden Arterien beschrieben. mehr »

Dann ist ein Hausbesuch abrechenbar

Die vollständige und vor allem korrekte Abrechnung der so genannten Leichenschau stellt Ärzte immer wieder vor Probleme. Beispielsweise stellt sich die Frage nach der eigenständigen Berechnung des Hausbesuchs. mehr »

Kiffen schädigt wohl doch Herz und Hirn

Cannabis-Konsum erhöht offenbar doch das Risiko für Schlaganfall und Herzschwäche. Zumindest hat sich ein entsprechender Zusammenhang in einer umfassenden US-amerikanischen Analyse gezeigt. mehr »