Ärzte Zeitung online, 24.02.2009

Schwarzarbeit in mehr als vier Millionen Haushalten

BERLIN (dpa). Mehr als vier Millionen Privathaushalte in Deutschland beschäftigen nach einer neuen Studie eine Hilfe fürs Putzen, die Gartenarbeit oder die Hausaufgabenbetreuung schwarz. Rund 95 Prozent der insgesamt 4,5 Millionen Haushaltshilfen arbeiteten ohne Rechnung, ergab eine am Dienstag in Berlin veröffentlichte Untersuchung des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW).

"Schwarzarbeit im Haushalt wird von der Bevölkerung weitgehend akzeptiert", sagte die Leiterin des IW-Hauptstadtbüros, Karen Horn. Acht von zehn Befragten gaben in einer IW-Umfrage an, sie hätten kein schlechtes Gewissen, eine Hilfe illegal zu beschäftigen.

Die Familien unterstützenden Dienstleistungen machen laut Studie 16 Prozent der gesamten Schwarzarbeit aus, drei Punkte weniger als Handwerksleistungen beim Hausbau. Am häufigsten würden alleinstehende und pflegebedürftige ältere Menschen sowie Doppelverdiener-Haushalte ohne Kinder die Dienste von Haushaltshilfen in Anspruch nehmen. Anbieter seien oft ältere Frauen mit niedrigem Einkommen.

Durch eine Legalisierung von 30 bis 60 Prozent der Schwarzarbeit in Privathaushalten könnten 177 000 bis 355 000 reguläre Stellen entstehen, sagte Horn. Nach Berechnungen des IW sind bis zu 600 000 neue Vollzeitjobs möglich, wenn das Nachfragepotenzial von etwa 14 Millionen Haushalten voll ausgeschöpft werde. Der Berechnung wurde ein Stundenlohn von acht Euro zugrunde gelegt. Bei zehn bis zwölf Euro könnten 417 000 neue Arbeitsplätze geschaffen werden.

Fast jeder dritte Erwachsene vergab der Erhebung zufolge im Jahr 2007 Arbeiten ohne Rechnung, im Durchschnitt bezahlte er dafür 1000 Euro. Jeder fünfte Erwachsene habe selbst schwarzgearbeitet - durchschnittlich 6,5 Stunden pro Woche für etwa zehn Euro pro Stunde.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Hohes Sterberisiko bei Ausbruch in der Adoleszenz

Wenn sich Typ-1-Diabetes in einem besonders vulnerablen Alter manifestiert, brauchen Betroffene viel Aufmerksamkeit. Sie haben ein hohes Risiko, an Komplikationen zu sterben. mehr »

100 Prozent Zustimmung

Die KBV-Vertreterversammlung präsentiert sich in neuer Einigkeit und richtet die Speere – wieder – nach außen. Klare Kante gegenüber dem Gesetzgeber und den Krankenhäusern. "Wir sind auf Kurs", meldete KBV-Chef Gassen. mehr »

Herz-Kreislauf-Risiko von Anfang an im Blick behalten!

Bei RA-Patienten sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen die wichtigste Todesursache. Die aktuellen Therapiealgorithmen zielen nicht zuletzt darauf ab, die Steroidexposition zu begrenzen. mehr »