Ärzte Zeitung online, 15.05.2009

Wirtschaft bricht in der Eurozone auf breiter Front ein

WIESBADEN/LUXEMBURG (dpa). Die Wirtschaft in Deutschland und den 15 anderen Ländern der Eurozone ist so stark eingebrochen wie nie. Das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) schrumpfte im ersten Quartal 2009 um 3,8 Prozent. Die Bundesrepublik steckt damit in der tiefsten Rezession der Nachkriegsgeschichte.

Es war der vierte Rückgang beim BIP gegenüber einem Vorquartal in Folge und der mit Abstand größte Absturz seit Beginn der Quartalserhebungen im Jahr 1970. Das teilte das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mit.

Das Bruttoinlandsprodukt im Eurogebiet verringerte sich im ersten Vierteljahr im Vergleich zu den drei Vormonaten um 2,5 Prozent, berichtete die europäische Statistikbehörde Eurostat in Luxemburg. Dies ist der größte Rückgang seit Beginn der Berechnungen für die Eurozone bei Eurostat 1995. Der Euro wurde Anfang 1999 eingeführt. Grund für den Einbruch ist die schlimmste Wirtschaftskrise seit dem Zweiten Weltkrieg, die Europa fest im Griff hat. In der gesamten EU mit 27 Staaten betrug das Minus ebenfalls 2,5 Prozent. Das höchste Minus verzeichnen die Slowakei und Lettland mit minus 11,2 Prozent.

Dass die deutsche Wirtschaft zum Jahresbeginn im Rekordtempo geschrumpft ist, begründen die Statistiker vor allem mit der schwachen Auslandsnachfrage. Die preisbereinigten Exporte seien zu Jahresbeginn deutlich stärker zurückgegangen als die Importe. Deutschland ist als langjähriger Exportweltmeister besonders stark vom Zusammenbruch der globalen Nachfrage betroffen. Deutschlands Unternehmen hatten in den ersten drei Monaten 2009 nach früheren Angaben der Statistiker mit 199,3 Milliarden Euro 20,9 Prozent weniger im Ausland abgesetzt als ein Jahr zuvor.

Wie die Statistiker berichteten, gingen von Januar bis März 2009 auch die Investitionen gegenüber dem Vorquartal deutlich zurück. Einzig die privaten und staatlichen Konsumausgaben seien leicht angestiegen.

Inzwischen sehen Volkswirte Anzeichen für ein allmähliches Abklingen der Krise. Die Commerzbank erwartet für das zweite Quartal nur noch ein BIP-Minus zwischen 0,5 und 1,0 Prozent, UniCredit rechnet mit minus 0,5 Prozent. Für das Gesamtjahr prognostizieren die Volkswirte ein Minus von mehr als 6,0 Prozent nach plus 1,3 Prozent im Vorjahr.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Hohes Sterberisiko bei Ausbruch in der Adoleszenz

Wenn sich Typ-1-Diabetes in einem besonders vulnerablen Alter manifestiert, brauchen Betroffene viel Aufmerksamkeit. Sie haben ein hohes Risiko, an Komplikationen zu sterben. mehr »

100 Prozent Zustimmung

Die KBV-Vertreterversammlung präsentiert sich in neuer Einigkeit und richtet die Speere – wieder – nach außen. Klare Kante gegenüber dem Gesetzgeber und den Krankenhäusern. "Wir sind auf Kurs", meldete KBV-Chef Gassen. mehr »

Herz-Kreislauf-Risiko von Anfang an im Blick behalten!

Bei RA-Patienten sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen die wichtigste Todesursache. Die aktuellen Therapiealgorithmen zielen nicht zuletzt darauf ab, die Steroidexposition zu begrenzen. mehr »