Ärzte Zeitung, 16.06.2009

Studenten sind immer noch die besten Mieter

Der arme Student - er kann gerade wegen seines löchrigen Portemonnaies für Vermieter interessant sein. Denn mit den Studiosi lassen sich hohe Renditen erzielen.

Von Richard Haimann

Studenten haben nicht viel Geld. Bei der Wohnung kommt es ihnen vor allem darauf an, dass der Mietpreis ins monatliche Budget passt.

Foto: Michael Chamberlin©www.fotolia.de

Viele Hauseigentümer scheuen sich, Wohnungen an Studenten zu vermieten. Sie fürchten, die Studiengänger würden häufig Partys feiern und Wohnungen nach dem Auszug ramponiert zurücklassen. Falsch, sagen Experten. Angehende Akademiker sind nicht nur besser als ihr Ruf - mit ihnen können Vermieter sogar die höchsten Renditen erzielen.

Nach einer neuen Studie der Deutschen Bank haben sich die Preise von Eigentumswohnungen in typischen Universitätsstädten wie Heidelberg, Marburg, Münster, Würzburg und Trier seit 1998 pro Jahr um 0,75 Prozentpunkte besser entwickelt als in den meisten anderen deutschen Städten. "Nur in Großstädten wie München und Hamburg konnten Eigentümer ähnliche Wertentwicklungen erzielen wie in Studentenstädten", sagt Deutsche-Bank-Analyst Tobias Just.

Für Christian Wittke, Immobilienanlageexperte der Berenberg Bank, ist das Ergebnis der Studie keine Überraschung: "Bei Studentenwohnungen können Eigentümer die mit Abstand höchsten Mieten pro Quadratmeter erzielen - was natürlich auch den Immobilienwert entsprechend treibt." Entscheidend für die Universitätsbesucher sei die Höhe der monatlichen Gesamtkosten, nicht der Mietpreis pro Quadratmeter.

So seien Studenten in der Regel zwar nicht in der Lage, acht Euro Miete pro Quadratmeter und Monat für eine 60-Quadratmeter große Wohnung zu bezahlen. "Eine Kaltmiete von umgerechnet 480 Euro pro Monat kann kaum jemand in dieser Zielgruppe tragen", sagt der Experte. Hingegen hätten sie kein Problem, 14 Euro pro Quadratmeter und Monat für eine 20 Quadratmeter kleine Wohnung zu bezahlen. Wittke: "Eine solche Kaltmiete von 280 Euro pro Monat passt noch in jedes Studentenbudget."

Paradox: 14 Euro pro Quadratmeter sind oft kein Problem.

Weil die Bewohner spätestens nach dem Ende des Studiums ausziehen, könnten die Mieten zudem alle vier oder fünf Jahre deutlich angehoben werden. Darüber hinaus könnten die Eigentümer sogar eine Miete verlangen, die weit über der an sich gesetzlich bindenden ortsüblichen Vergleichsmiete liegt. "Dafür müssen sie nur die Wohnungen mit Bett, Schrank und Schreibtisch ausstatten", erläutert Wittke. "Möblierte Zimmer und Wohnungen unterliegen nicht den Restriktionen des Mietspiegels."

Dass Studenten Wohnungen schlechter behandeln als andere Mieter, hält der Experte für eine Mär: "In der Regel kommen die Eltern für die Mietkaution auf und achten deshalb darauf, dass ihre Kindern pfleglich mit dem fremden Eigentum umgehen." Auch die Vorliebe der jungen Menschen für laute Musik sei für viele Vermieter ein Segen: "Die meisten Studenten haben keine Scheu, an einer lauten Straße zu wohnen."

Günter Vornholz, Leiter Immobilienresearch bei der NordLB-Tochter Deutsche Hypo, warnt Anleger jedoch davor, unüberlegt Eigentumswohnungen in Uni-Städten zu kaufen: "Durch die seit 50 Jahren fallenden Geburtenraten wird die Zahl der Studierenden in Zukunft deutlich schrumpfen." Eine Reihe von Universitäten werde deshalb schließen müssen. Vornholz: "Auf der sicheren Seite sind Anleger, die Wohnungen in Städten mit langer akademischer Vergangenheit und einem breit gefächerten Studienangebot erwerben."

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