Ärzte Zeitung online, 16.06.2009

Regierung: Pfandbriefmarkt erholt

BERLIN(dpa). Der mit der Beinahe-Pleite der Hypo Real Estate (HRE) schwer unter Druck geratene Pfandbriefmarkt hat sich nach Angaben der Bundesregierung erholt. Allein in den ersten beiden Mai-Wochen seien Pfandbriefe mit einem Volumen von neun Milliarden Euro ausgegeben worden, teilte die Regierung in einer Antwort auf eine Anfrage der FDP mit.

Im März seien mehr als 10 Milliarden Euro erreicht worden, nachdem das Volumen der Neuemissionen zwischen September und Januar von 13,8 Milliarden auf 7,3 Milliarden Euro pro Monat eingebrochen sei. Hätte der Staat die HRE - den weltweit zweitgrößten Herausgeber von Pfandbriefen -, nicht vor der Pleite gerettet, wären die negativen Folgen für den deutschen Bankenmarkt laut Regierung "unkalkulierbar" gewesen.

Mitte Dezember hatte es in der Finanzbranche geheißen, der Pfandbriefmarkt sei praktisch tot. Die Finanzkrise habe zu einem regelrechten Investorenstreik geführt. Ein Problem ist, dass Investoren derzeit oft Wertpapiere mit Staatsgarantien erwerben. Die staatlich garantierten Bankanleihen sind absolut sicher und harte Pfandbrief-Konkurrenz.

Nach Angaben der Bundesregierung betrug die Summe der von der HRE herausgegebenen Hypothekenpfandbriefe Ende vergangenen Jahres 23,6 Milliarden Euro. Insgesamt hätten deutsche Institute Briefe mit einem Nennwert von 204,4 Milliarden Euro herausgegeben.

Der Pfandbrief dient zur Refinanzierung von Hypothekenkrediten und gilt als äußerst sichere Anlage. Nach Angaben des Verbandes deutscher Pfandbriefbanken hat es seit Inkrafttreten des Hypothekenbankgesetzes vor mehr als 100 Jahren - 2005 abgelöst durch das Pfandbriefgesetz - keinen Ausfall eines Pfandbriefs gegeben.

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