Ärzte Zeitung online, 19.06.2009

Alternative Heilmethode nur mit Attest absetzbar

KASSEL(dpa). Die Kosten für alternativen Heilmethoden sind nicht ohne weiteres von der Steuer absetzbar. Das hat das Hessische Finanzgericht in Kassel entschieden. Nach Auffassung des Gerichts kommt die Anerkennung als steuerlich relevante "außergewöhnliche Belastung" nur in Frage, wenn die Behandlungsbedürftigkeit mit einem amtsärztlichen Attest nachgewiesen wird.

Das Gericht wies mit seinem Urteil die Klage einer Steuerzahlerin ab. Die Frau hatte sich dagegen gewandt, dass das Finanzamt die Kosten bei der Einkommensteuer nicht als abzugsfähig anerkannt hatte. Sie meinte, die entsprechenden Nachweise durch den behandelnden Arzt müssten genügen.

Wie zuvor das Finanzamt teilte auch das Finanzgericht diese Auffassung nicht. Wegen des besonderen Näheverhältnisses zwischen Arzt und Patient sei die Gefahr von Gefälligkeitsbescheinigungen nicht von der Hand zu weisen. Das Finanzamt dürfte daher als Nachweis auf dem Attest eines Amtsarztes bestehen.

Az.: 3 K 1718/05

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Medikamente auch einmal beherzt absetzen!

Viele Ärzte scheuen sich, Medikamente abzusetzen - obwohl sie wissen, dass dies Patienten oft hilft. Neuseeländische Wissenschaftler haben zwei paradoxe Gründe dafür gefunden. mehr »

Geht's auch etwas modischer in der Klinik?

Unsere Bloggerin Dr. Jessica Eismann-Schweimler hat Verständnis für die Klinik-Kleidungsvorschriften. Doch mit ein klein wenig Fantasie könnte man auch den unvermeidlichen Kasack hübscher gestalten, meint sie. mehr »

Sport im Alter schützt vielleicht vor Demenz

Dass Sport nicht Mord bedeutet, wissen Forscher schon lange. Jetzt haben Alters- und Sportwissenschaftler messen können, wie Sport das Gehirn im Alter verändert. Dient Fitness als Demenzprävention? mehr »