Ärzte Zeitung online, 17.08.2009

Hausbesitzer können mit der Sonne kräftig Geld verdienen

NEU-ISENBURG (hai). Die Sonne spendet mit ihrem Licht nicht nur Leben auf der Erde - Eigenheimbesitzer können mit ihr auch Geld quasi aus dem Nichts verdienen. Denn seit diesem Jahr müssen Versorgungsunternehmen privaten Besitzern von Solaranlagen nicht nur den erzeugten Strom zu hohen Preisen abkaufen, sondern ihnen auch die von ihnen selbst verbrauchte Elektrizität vergüten.

Die Stiftung Warentest hat für die jüngste Ausgabe ihres Fachmagazins "Finanztest" nachgerechnet, welche Erträge Eigenheimbesitzer mit einer Fotovoltaikanlage auf ihrem Dach über einen Zeitraum von 20 Jahren hinweg erzielen können: "Die möglichen Renditen betragen bis zu acht Prozent pro Jahr", sagt Warentest-Experte Michael Koswig. Bei optimaler Lage des Hauses, einem Top-Wirkungsgrad der Solaranlage und hoher Sonnenscheindauer sind theoretisch sogar Erträge von mehr als zehn Prozent pro Jahr möglich - nach den Kosten für Kauf und Wartung der Systeme.

Wie hoch die Einnahmen exakt ausfallen, lässt sich allerdings allein schon wegen der Klimaschwankungen nicht genau festlegen. Vorsichtshalber hat Finanztest in seiner Renditekalkulation deshalb neben den voraussichtlichen Betriebskosten auch "eine mit den Jahren etwas geringere Leistung der Anlage berücksichtigt", sagt Koswig.

Die guten Erträge verdanken Eigenheimbesitzer, die sich eine Fotovoltaikanlage aufs Dach stellen, dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Es verpflichtet Versorgungsunternehmen, 20 Jahre lang für jede Kilowattstunde Strom, die ins öffentliche Netz eingespeist wird, 43,01 Cent zu zahlen. Obendrein müssen die Netzbetreiber seit diesem Jahr zudem 25,01 Cent pro Kilowattstunde für jenen Solarstrom zahlen, den die Eigentümer aus ihren Anlagen selbst verbrauchen. Das ist mehr als der übliche Strompreis, der im Bundesschnitt weniger als 21,5 Cent pro Kilowattstunde beträgt.

Gestiegen ist die Rentabilität der Solaranlagen auch durch die Wirtschaftskrise. Denn die Preise für die Solarmodule, die Sonnenlicht in Elektrizität umwandeln, sind in den vergangenen acht Monaten deutlich gefallen. Koswig: "Fotovoltaikanlagen kosten heute bis zu 20 Prozent weniger als Ende vergangenen Jahres." Zudem gewähren einige Energieversorger Zuschüsse zum Kauf der Anlagen. Die Stadtwerke Waiblingen etwa fördern Solaranlagen mit bis zu 3000 Euro.

Anlagen für ein Einfamilienhaus gibt es inzwischen für weniger als 16 000 Euro. Allerdings differieren die Kosten je nach Garantieleistung der Hersteller erheblich. Einige Produzenten garantieren ihre Anlagen nur über die gesetzlich vorgeschriebene Zeit von zwei Jahren, andere für bis zu zehn Jahre. Darüber hinaus gibt es erhebliche Unterschiede in den Technologien. Die älteren kristallinen Solarmodule arbeiten empirisch belegt in der Regel über 20 Jahre hinweg einwandfrei. Bei neueren Modulen gibt es noch keine Langzeiterfahrungen.

Für die Erzeugung von Solarstrom sei ein Haus optimal geeignet, wenn das Dach eine Neigung von 30 Grad hat und direkt nach Süden ausgerichtet ist, sagt Koswig. Bei einem Flachdach können Fotovoltaikanlagen optimal über Montagegestelle ausgerichtet werden. "Vor dem Kauf sollten sich Grundeigentümer Komplettangebote inklusive Montage bei mehreren Installationsfirmen einholen, die auf jahrelang erfolgreich arbeitende Referenzanlagen verweisen können", sagt Koswig.

Um von den EEG-Vorgaben zu profitieren, müssen Immobilienbesitzer allerdings einige Punkte beachten. "Die Netzbetreiber müssen Solarstrom nur vergüten, wenn die Fotovoltaikanlage bei der Bundesnetzagentur vor Inbetriebnahme angemeldet wird", erläutert Andreas Stücke, Generalsekretär des Eigentümerverbands Haus & Grund.

Zudem müssen die Hauseigentümer den Stromverkauf bei ihrem zuständigen Finanzamt anmelden und die Erträge versteuern. Dabei werden sowohl Einkommens- als auch Umsatzsteuer fällig. Immobilienbesitzer, die bislang nicht der Umsatzsteuerpflicht unterliegen, sollten sich umsatzsteuerlich als Kleinunternehmer behandeln zu lassen, sagt Stücke. "Damit entfallen zahlreiche bürokratische Regelungen wie etwa die monatliche Ausweisung und Anmeldung von Umsätzen und die Einhaltung spezieller Rechnungsanforderungen."

www.Bundesnetzagentur.de;

www.solarserver.de;

www.test.de

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

ALS ist mit Demenz eng verwandt

Stephen Hawking ist wohl der berühmteste Patient, der an Amyotropher Lateralsklerose leidet.Forscher haben nun herausgefunden, dass ALS und temporale Demenz eng verwandte Krankheitsbilder sind. Das könnte Einfluss auf das Diagnoseverfahren haben. mehr »

Innovationsfonds startet in die Versorgungsrealität

Der Innovationsfonds ist offiziell in die Umsetzungsphase gestartet. Die 300 Millionen Euro für das Jahr 2016 teilen sich 91 Versorgungs- und Forschungsprojekte. mehr »

Sind Computer bald die besseren Psychotherapeuten?

Immer mehr Online-Psychotherapien drängen auf den Markt. Die meisten sind weder besonders einfühlsam noch allzu intelligent. Dennoch sind die Erfolge erstaunlich. mehr »