Ärzte Zeitung online, 02.09.2009

Heute vermutlich letzter Tag für Abwrackprämie

ESCHBORN (dpa). Die staatliche Abwrackprämie für Altautos wird heute (Mittwoch) wahrscheinlich zu Ende gehen. Im Fördertopf war am Dienstagabend 22.00 Uhr nach Angaben des zuständigen Bundesamtes für Ausfuhrkontrolle und Wirtschaft (Bafa) im Internet nur noch Geld für 4809 Anträge. Bei einem durchschnittlichen Eingang von 9000 Neu-Anträgen täglich dürfte der Topf am Mittwoch leer sein.

Insgesamt standen seit Januar fünf Milliarden Euro für die Abwrackprämie zur Verfügung, damit können insgesamt knapp zwei Millionen Autokäufer gefördert werden. Am Dienstag beantragten noch viel mehr Menschen als im Durchschnitt der vergangenen Tage die Prämie: Am Montagnachmittag konnten noch 37 656 Anträge gestellt werden.

Die Abwrackprämie wird trotz Forderungen aus Industrie und Verbänden nicht verlängert. "Weitere Prämien können dann nicht mehr gewährt werden", schreibt das Bundesamt auf seiner Internetseite. Die Summe von 2500 Euro erhält, wer ein mindestens neun Jahre altes Auto verschrottet und dafür ein neues mit mindestens der Abgasnorm Euro 4 kauft. Die Prämie kann mit dem Kaufvertrag bis zur Auslieferung reserviert werden unter der Internetadresse www.ump.bafa.de.

Noch 15 000 weitere Autokäufer sollen allerdings eine Chance auf den Bonus erhalten. Das Bafa richtet eine Warteliste für Käufer ein, die zunächst leer ausgegangen sind und nachträglich noch Geld erhalten könnten. Die frei werdenden Mittel werden in der Reihenfolge der gestellten Anträge ausgezahlt. Die Autokäufer kommen dann zum Zug, wenn das Amt Anträge anderer Autofahrer wegen formaler Mängel ablehnt.

Das wahrscheinliche Auslaufen der Abwrackprämie dürfte auf den Tag einer Pressekonferenz des Branchenverbandes VDA fallen, der über die Branchenkonjunktur und die bevorstehende Internationale Automobilausstellung IAA (17. bis 27. September) informieren will.

Experten befürchten, dass durch das Vorziehen von Autokäufen wegen der Abwrackprämie im kommenden Jahr ein Absturz der Absatzzahlen drohen könnte. Von bis zu einer Million weniger verkauften Autos ist die Rede. In diesem Jahr dürfte der Absatz dank der staatlichen Hilfe auf 3,7 Millionen Fahrzeuge steigen.

Frankreich will dagegen bis ins Jahr 2011 hinein eine Abwrackprämie zahlen. Geplant sei ein schrittweises Abschmelzen der Prämie, bestätigte am Dienstag das Wirtschaftsministerium in Paris. Endgültig Schluss mit Zahlungen solle voraussichtlich erst im Jahr 2011 sein. Frankreich zahlt derzeit eine Verschrottungsprämie von 1000 Euro für Altautos. Der Minister für Wiederaufschwung, Patrick Devedjian, hatte kürzlich vorgeschlagen, sie zunächst auf 700 bis 800 Euro, später dann auf 400 Euro zu senken. Mit dem sanften Abschmelzen der Prämie soll ein Einbruch des Automarktes verhindert werden.

Allerdings ist die Abwrackprämie in Frankreich viel schmaler angelegt. Während in Deutschland insgesamt fünf Milliarden Euro für die Abwrackprämien von jeweils 2500 Euro zur Verfügung standen, plante Frankreichs Wirtschaftsministerin Christine Lagarde zuletzt mit Kosten in Höhe von 390 Millionen Euro für das französische Programm.

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