Ärzte Zeitung online, 15.09.2009

Aigner fordert mehr Lehman-Entschädigungen

BERLIN (dpa). Ein Jahr nach der Lehman-Pleite fordert Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) mehr Entschädigungen für die Opfer. "Das reicht noch nicht aus", sagte Aigner am Dienstag dem Deutschlandradio Kultur. Wenn Anleger falsch beraten worden seien entgegen ihrem Sparziel, müssten sie auch entschädigt werden.

"Da zählt jeder Einzelfall." Aigner drohte mit härteren Schritten, falls die Banken die Provisionen von Beratern nicht genau auf einem Informationsblatt ausweisen. "Wenn das nicht auf freiwilliger Basis umgesetzt wird, dann werden wir das auch anderweitig lösen müssen." Zum 1. Januar 2010 wird zudem ein Beratungsprotokoll eingeführt.

Mit dem Zusammenbruch der New Yorker Investmentbank am 15. September 2008 wurden die Inhaberschuldverschreibungen, die als hochrentabel verkauft worden waren, faktisch wertlos. Allein für Deutschland gehen Verbraucherschützer von rund 40 000 Lehman-Geschädigten aus.

Die Verbraucherzentralen fordern mehr Konsequenzen aus der Pleite. "Verbraucherschutz muss ausdrückliches Ziel der Finanzaufsicht werden", sagte der Vorstand des Bundesverbands der Verbraucherzentralen, Gerd Billen. Nötig seien mehr Informationen über Risiko, Rendite und Kosten einer Anlage sowie strengere Regeln für Finanzvermittler.

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