Ärzte Zeitung online, 23.09.2009

EU-Studie: Bankkunden werden schlecht beraten - auch in Deutschland

BRÜSSEL (dpa). Bankkunden werden in Europa nach einer Studie schlecht beraten. In Deutschland seien auch die Gebühren für ein Konto im EU-Vergleich überdurchschnittlich hoch, geht aus der Untersuchung hervor, die die EU-Kommission am Dienstag in Brüssel vorstellte.

Bei Information und Beratung ihrer Privatkunden liegen die deutschen Banken demnach nur im Mittelfeld. "Die Banken lassen ihre Kunden im Stich", kritisierte EU-Verbraucherkommissarin Meglena Kuneva in einer Mitteilung. Oft könnten die Kunden nur auf Nachfrage die Kosten für die Kontoführung erfahren. Besonders die Angaben der Banken im Internet seien für die Verbraucher undurchsichtig.

Bei den Kosten für die Kontoführung belegt Deutschland nach der Studie den neunten Platz. Im Schnitt kommen auf den Verbraucher in Deutschland jährlich 89 Euro an Kosten für ein Konto zu, hieß es in dem Bericht. Am teuersten ist demnach die Kontoführung in Italien (253 Euro), gefolgt von Spanien (178 Euro). Die niedrigsten Gebühren gebe es in Bulgarien mit 27 Euro.

Österreich und Frankreich ernten am meisten Kritik in Sachen Transparenz und Einfachheit bei der Ermittlung der Kosten. Bei 66 Prozent aller untersuchten Banken sind dem Bericht zufolge die Gebühren derart undurchsichtig gewesen, dass die Experten zusätzliche Informationen einholen mussten, um die tatsächlichen Kosten zu ermitteln.

"Es gibt zahlreiche Hinweise, dass grundlegende Prinzipien des Verbraucherschutzes verletzt werden - angefangen bei komplizierten Preisen bis hin zu versteckten Gebühren und unklarer sowie unvollständiger Information", bemängelte Kuneva. Nur wenige Kunden - lediglich neun Prozent - wechselten 2007 und 2008 ihre Bank, hieß es in dem Bericht.

Für die Studie wurden 224 Banken untersucht, die den Angaben zufolge 80 Prozent des Marktes der Europäischen Union abdecken. Die EU-Kommission will nun die Umsetzung bestimmter Richtlinien genau beobachten, mit denen verhindert werden soll, dass Verbraucher in die Irre geführt werden.

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Finanzen/Steuern (10322)

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