Ärzte Zeitung online, 12.10.2009

Jeder Dritte in Deutschland will weniger sparen

NÜRNBERG (dpa). Fast jeder dritte Deutsche will künftig weniger sparen und sein Geld stattdessen in Möbel, Waschmaschinen oder Autos stecken. Gründe sind das niedrige Zinsniveau, das fehlende Vertrauen in die Finanzmärkte sowie die Rabatte der Händler, wie eine am Montag veröffentlichte Studie des Nürnberger Marktforschungsunternehmens GfK ergab.

Gut die Hälfte der Verbraucher möchte demnach in den nächsten sechs Monaten den gleichen Betrag zurücklegen wie bisher, 16 Prozent wollen ihren Sparanteil erhöhen. Trotz der Verwerfungen durch die Finanzmarktkrise halten 65 Prozent der Bürger Sparen prinzipiell für sinnvoll.

Der repräsentativen Studie zufolge entwickelt sich die Veränderung des Sparverhaltens über alle Alters- und Gehaltsgruppen hinweg ähnlich. Ihren Sparanteil erhöhen möchten vor allem die Niedrigverdiener sowie die unter 30-Jährigen, während Menschen über 50 Jahre oder mit einem Einkommen unter 2250 Euro weniger Geld auf die hohe Kante legen wollen. Generell erwarten die Marktforscher, dass die Sparquote bis zum Jahresende weiter sinken wird.

Am beliebtesten bleibt bei der Hälfte der Sparer trotz der derzeit niedrigen Zinsen das Tagesgeld, genauso viele finden Wohneigentum attraktiv. Entsprechend will ein Drittel der Befragten im nächsten halben Jahr Geld auf dem Tagesgeldkonto parken, jeder fünfte in Bausparverträge investieren. Nur die kleine Gruppe der Gutverdiener und Reichen ist hingegen bereit, Aktien und Fonds-Anteile zu kaufen. Für die Forscher überraschend: 18 Prozent aller Verbraucher deponieren ihr Geld am liebsten zu Hause.

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