Ärzte Zeitung online, 18.11.2009

Offener Immobilienfonds Degi International erneut geschlossen

FRANKFURT/MAIN (dpa). Der Immobilienfonds Degi International ist erneut geschlossen worden. Hintergrund seien Mittelabflüsse von 250 Millionen Euro von Juni bis September, teilte die Frankfurter Fondsmanagementgesellschaft Aberdeen am Dienstag mit. Ohne die Aussetzung der Anteilsrücknahme wäre die vom Gesetzgeber verlangte Mindestliquidität von fünf Prozent unterschritten worden. In den Fonds sind rund zwei Milliarden Euro investiert.

Im Herbst 2008 waren rund ein Dutzend offener Immobilienfonds in Deutschland eingefroren worden, weil Anleger angesichts der Krise an den Finanzmärkten massiv Gelder abzogen. Seit Januar wurden dann die ersten Fonds - vereinzelt mit Abschlägen - wieder geöffnet. Zuletzt waren noch drei geschlossen. Der Degi International ist nach Angaben des Branchenverbandes BVI der erste, der nach seiner Öffnung erneut wieder schließt. Er war auch der erste, der nach dem Höhepunkt der Krise wieder geöffnet hatte.

Bei der Schließung eines offenen Immobilienfonds kommen Anleger bis zur Wiedereröffnung nicht mehr an ihr Geld. Insgesamt waren nach Berechnungen des BVI zuletzt rund 87 Milliarden Euro in offenen Immobilienfonds in Deutschland angelegt.

In einer Pressemitteilung erklärte Aberdeen den Mittelabfluss mit einer öffentlichen Diskussion über mögliche Verlustrisiken, die zu einer erneuten Verunsicherung der Anleger geführt habe. Der BVI begründete die Abflüsse aus dem Fonds auch mit einem Wechsel der Gesellschafterstruktur bei Degi International. Insgesamt seien den offenen Immobilienfonds in Deutschland - wozu allerdings auch einige Spezialfonds für institutionelle Anleger zählen - in diesem Jahr netto 3,1 Milliarden Euro neu anvertraut worden.

Aberdeen kündigte an, nach einem bereits erfolgten Verkauf einer Immobilien weitere Gebäude verkaufen zu wollen, um die Liquidität des Degi International wieder zu erhöhen. Die Schließung sei zunächst auf drei Monate begrenzt.

Offene Immobilienfonds kaufen meist große Büro- oder Einzelhandelsimmobilien und wollen Anlegern eine im Vergleich zu Aktien sicherere Anlageform bieten. Um jederzeit Auszahlungswünsche bedienen und den Betrieb fortsetzen zu können, muss eine Mindestliquidität vorhanden sein. Andernfalls muss der Fonds vorläufig schließen.

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