Ärzte Zeitung online, 18.11.2009

Postbank: Kartentausch nach Unregelmäßigkeiten

BONN (dpa). Der massenhafte Austausch von Kreditkarten wegen eines mutmaßlichen Datendiebstahls erfolgt möglicherweise nicht nur vorsorglich. Die Postbank bestätigte am Mittwoch, sie habe bei ihren Kunden erste Unregelmäßigkeiten festgestellt. Es handele sich bisher nur "um ein geringes Maß", sagte Postbank-Sprecher Ralf Palm am Donnerstag in Bonn.

Es habe Kundenbeschwerden über Unregelmäßigkeiten und Fehlbeträge gegeben, und auch die Bank selbst habe solche Unregelmäßigkeiten bereits entdeckt. Genaue Zahlen wollte Palm nicht nennen. Die Karten der betroffenen Kunden seien gesperrt und ausgetauscht worden. Dies werde auch geschehen, wenn weitere Unregelmäßigkeiten gefunden oder reklamiert würden.

Bislang hatte es beim Zentralen Kreditausschuss (ZKA) von Banken und Sparkassen geheißen, der Austausch der Karten erfolge rein vorsorglich.

Bei der Deutschen Bank hieß es am Mittwoch lediglich, es würden derzeit wegen der Warnungen von Visa und MasterCard mehr Kreditkarten ausgetauscht als sonst üblich. Wie viele Kunden des größten deutschen Kreditinstituts betroffen sind, wollte ein Sprecher aber nicht sagen. Auch zu den Kosten für die Herstellung und den Vertrieb der Kreditkarten äußerte er sich nicht. Die Kunden würden die neuen Karten spätestens eine Woche nach dem Eingang des Briefes oder eines Anrufs durch die Bank erhalten. Schadensfälle gebe es bei der Deutschen Bank nicht, die Maßnahme sei rein präventiv.

Bei der Commerzbank wurde Anfang November "eine geringe Zahl von Kreditkarten umgetauscht", sagte ein Sprecher. Visa und MasterCard hätten die Banken vor einem möglichen Betrug gewarnt. Der Kartenaustausch sei "vorsorglich" und dauere "einige Tage". Tatsächliche Betrugsfälle gebe es bei der Commerzbank nicht: "Die Banken handeln vorsorglich, um Verbraucher vor Schaden zu bewahren."

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