Ärzte Zeitung online, 05.01.2010

Probleme mit Kreditkarten nur zum Teil behoben

BERLIN/FRANKFURT (dpa). Der Fehler ist gefunden, doch die Probleme beim Geldabheben und Bezahlen per Plastikkarte sind nur zum Teil gelöst. Zahlreiche Kunden erhielten in den ersten Januartagen kein Geld am Automaten, weil ihre EC- oder Kreditkarte nicht akzeptiert wurde.

Bis Montagabend sollte zumindest das Abheben im Inland wieder reibungslos funktionieren, teilte der Zentrale Kreditausschuss (ZKA) des deutschen Kreditgewerbes in Berlin mit.

Nach wie vor möglich seien Fehlermeldungen beim Einsatz von Kreditkarten im In- und Ausland sowie von EC-Karten im Ausland. Eine ZKA-Sprecherin riet generell, es an einem anderen Gerät zu versuchen, wenn es mit dem Geldabheben an einem Automaten nicht klappt.

Die Ursache des Versagens ist nach ZKA-Angaben ein Programmfehler im Mikrochip eines bestimmten Produktionstyps, der in den Karten eingebaut ist. Die Software könne die Jahreszahl 2010 nicht korrekt verarbeiten, die Karte verweigere deshalb ihren Dienst. Betroffen seien "Zahlungskarten vieler deutscher Kreditinstitute", also sowohl Banken als auch Sparkassen.

Wie viele Karten mit dem fraglichen Chip ausgegeben wurden, konnte eine ZKA-Sprecherin auf Nachfrage nicht sagen. Nach Informationen aus Branchenkreisen sind aber etwa 20 bis 25 Millionen EC-Karten sowie drei bis fünf Millionen Kreditkarten mit diesem Mikrochip ausgerüstet.

Ein großer Teil der Lesegeräte bei den Einzelhändlern in Deutschland könne die problematischen EC-Karten bereits jetzt fehlerfrei verarbeiten, teilte das ZKA mit. In dem kommenden Tagen sollen wieder alle Bezahlterminals mit allen EC-Karten im Inland funktionieren. Ein Branchenexperte sagte, gerade die modernsten Terminals, die etwa 20 bis 30 Prozent aller Geräte ausmachten, hätten die Probleme mit den Chips.

Anders sieht es mit den EC- und Kreditkarten im Ausland aus. Dort könne es noch etwas länger dauern, bis alle Geldautomaten und Händlerterminals so eingestellt seien, dass sie die Chipkarten wieder richtig lesen könnten, hieß es beim ZKA.

Nach der Postbank hatte auch die Commerzbank Schwierigkeiten ihrer Kunden beim Geldabheben mit neueren Karten an Automaten eingeräumt. Das Institut arbeite zusammen mit dem Hersteller und anderen Banken daran, das Problem zu lösen.

Mit der sogenannten EMV-Technologie, die in den Chips steckt, sollen die Karten gegen illegales Kopieren und die gespeicherten Daten vor Manipulationen geschützt werden. Bis Ende 2010 sollen alle Bankkarten auf den neuen EMV-Standard umgerüstet werden. Dabei wird der Datensatz sicher verschlüsselt, die Karte bei Gebrauch auf Echtheit geprüft. Außerdem ist eine Geheimnummer (PIN) nötig. Nach Angaben des Unternehmens EMVCo, das die Technologie entwickelt, waren 2008 weltweit mehr als 730 Millionen Geldkarten mit dem EMV-Standard ausgestattet.

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Möglicherweise Austausch von EC-Karten nötig

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