Ärzte Zeitung online, 03.02.2010

Gründerboom für Stiftungen trotz Wirtschaftskrise

BERLIN (dpa). Trotz der Wirtschaftskrise gibt es einen neuen Gründerboom für Stiftungen in Deutschland. 914 neue Stiftungen wurden 2009 registriert - sechs Prozent mehr als im Vorjahr.

Das ist der dritthöchste Zuwachs in der Geschichte der Bundesrepublik. Damit steigt die Gesamtzahl der eingetragenen Stiftungen bürgerlichen Rechts auf 17 372. Gefördert werden von den Stiftungen alle Bereiche, wie Kultur, Wissenschaft, Sport und Soziales.

"Während die Staatsschulden steigen, bauen die Bürger privat Zukunftskapital auf", sagte der Generalsekretär des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen, Hans Fleisch, am Mittwoch bei Vorlage des neuen Geschäftsberichtes in Berlin. Vorstandsvorsitzender Wilhelm Krull erklärte: "Die hohe Zahl an Neuerrichtungen überrascht. Trotz der schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen hat sich das Stiftungswachstum weiter konsolidiert." Krull ist zugleich Generalsekretär der VolkswagenStiftung, einer der kapitalstärksten und erfolgreichsten Stiftungen Deutschlands.

Die meisten Stiftungen gibt es nach wie vor zwischen Rhein und Ruhr - insgesamt 3336. Zugleich verzeichnet Nordrhein-Westfalen mit 192 Neugründungen auch den höchsten Zuwachs. Gewohnt gute Zahlen kommen auch aus dem Süden der Bundesrepublik. In Bayern wurden 168 neue Stiftungen gegründet, in Baden-Württemberg 148. Gerechnet auf 100 000 Einwohner ist die Stiftungsdichte allerdings in den Stadtstaaten Hamburg und Bremen am höchsten. Aufholbedarf gibt es nach Darstellung des Bundesverbandes noch immer im Osten. Nur 60 der 914 neuen Stiftungen wurden in den neuen Bundesländern gegründet.

www.stiftungen.org

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