Ärzte Zeitung online, 06.07.2010

Steuerzahler arbeiten seit Sonntag in eigene Tasche

BERLIN (dpa). Deutschlands Steuerzahler arbeiten in diesem Jahr nicht ganz so lange für die Staats- und Sozialkassen wie noch 2009. Seit Sonntag und damit zehn Tage früher als vor einem Jahr arbeiten sie nur noch für den eigenen Geldbeutel - rein rechnerisch und verallgemeinert zumindest. Das hat der Bund der Steuerzahler für einen Gastbeitrag in der "Bild am Sonntag" ermittelt.

Vor einem Jahr fiel der sogenannte Steuerzahler-Gedenktag auf den 14. Juli. Das davor erwirtschaftete Einkommen der Steuer- und Beitragszahler haben nach dem Rechenmodell des Steuerzahlerbundes Staat und Sozialversicherungen behalten.

Der bei Experten umstrittene "Steuerzahler-Gedenktag" ist ein Rechenbeispiel. Es zeigt an, wie viel der Staat vom Einkommen der Bürger und Betriebe über Steuern und Sozialabgaben zunächst einbehält. 2008 fiel der "Steuerzahler-Gedenktag" auf den 8. Juli, 2007 dann wiederum auf den 13. Juli.

Die Politik, aber auch Ökonomen kritisieren das Rechenexempel. Zudem wird darauf verwiesen, dass die Beitragszahler für ihre Einzahlung in Sozialkassen auch Gegenleistungen erhalten. Mit den Steuereinnahmen wiederum werden Bereiche wie Bildung, Sicherheit, Verteidigung, Kinderbetreuung oder Straßenbau finanziert.

Der Präsident des Bundes der Steuerzahler, Karl Heinz Däke, rechnete in der Zeitung vor, von jedem 2010 verdienten Euro flössen 29,9 Cent in Steuern, 20,6 Cent in Sozialabgaben. Dem Arbeitnehmer blieben nur 49,5 Cent - immerhin 2 mehr als 2009.

Die Steuerrechtskorrekturen in den Konjunkturpaketen und die Absetzbarkeit der Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge wirkten positiv.

Topics
Schlagworte
Finanzen/Steuern (10398)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Medikamente auch einmal beherzt absetzen!

Viele Ärzte scheuen sich, Medikamente abzusetzen - obwohl sie wissen, dass dies Patienten oft hilft. Neuseeländische Wissenschaftler haben zwei paradoxe Gründe dafür gefunden. mehr »

Geht's auch etwas modischer in der Klinik?

Unsere Bloggerin Dr. Jessica Eismann-Schweimler hat Verständnis für die Klinik-Kleidungsvorschriften. Doch mit ein klein wenig Fantasie könnte man auch den unvermeidlichen Kasack hübscher gestalten, meint sie. mehr »

Sport im Alter schützt vielleicht vor Demenz

Dass Sport nicht Mord bedeutet, wissen Forscher schon lange. Jetzt haben Alters- und Sportwissenschaftler messen können, wie Sport das Gehirn im Alter verändert. Dient Fitness als Demenzprävention? mehr »