Ärzte Zeitung, 29.11.2010

Aktien bringen den Aufschwung ins Depot

Nach dem Super-Konjunkturjahr 2010 wird die deutsche Wirtschaft auch im nächsten Jahr stärker wachsen als die der meisten anderen Industrienationen. Davon werden vor allem Aktien aus zyklischen Branchen wie dem Maschinenbau und der Chemie profitieren.

Von Frank Mahlmeister

Aktien bringen den Aufschwung ins Depot

Die Krise scheint vorbei zu sein. Es geht wieder bergauf.

© imageteam / fotolia.com

Die deutsche Wirtschaft erlebt 2010 einen Konjunkturaufschwung wie ihn die Bundesrepublik seit dem Wiedervereinigungsboom Anfang der 1990er Jahre nicht mehr gekannt hat. Angetrieben von einer wieder erstarkten Weltkonjunktur läuft der Exportmotor auf Hochtouren.

Doch auch die vornehmlich von angelsächsischen Volkswirten als notorisch schwachbrüstig geschmähte Binnennachfrage leistet mit einem Anteil von mehr als 50 Prozent diesmal einen starken Wachstumsbeitrag. Dennoch trauen die meisten Konjunktur-Auguren dem deutschen "Wirtschaftswunder 2.0" mit Blick auf 2011 noch immer nicht so recht.

Die Wachstumsschwäche in den USA, der Sparkurs in der Eurozone und die Bremsmanöver der chinesischen Regierung nähren Zweifel, ob die exportlastige deutsche Wirtschaft auch 2011 ihren Wachstumskurs fortsetzen kann. Hinzu kommen die Unsicherheiten durch die europäische Staatsschuldenkrise, die immer wieder für Turbulenzen an den Kapitalmärkten sorgt.

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Doch so berechtigt diese Zweifel und Sorgen auch sein mögen, in der öffentlichen Diskussion werden sie häufig übertrieben. Deutschland hat seine Hausaufgaben früher als fast alle anderen europäischen Staaten erledigt und verfügt über eine exzellente internationale Wettbewerbsfähigkeit.

Die niedrige Arbeitslosigkeit und steigende Löhne beflügeln den privaten Konsum. Die USA werden nach dem Wahlsieg der Republikaner bei den Zwischenwahlen ihr Augenmerk verstärkt auf die Konsolidierung der öffentlichen Haushalte richten. Das schafft neues Vertrauen und wird mittelfristig auch die Wachstumskräfte wieder stärken.

Von einem erneuten Abrutschen der USA in die Rezession spricht inzwischen ohnehin kaum noch jemand. Auch die chinesische Regierung wird beim Anziehen der Konjunkturzügel sehr genau darauf achten, dass der Wachstumszug nicht allzu sehr ins Stocken gerät.

Natürlich wird Deutschland schon allein auf Grund des Basiseffekts das hohe Wachstumstempo aus 2010 im nächsten Jahr nicht halten können. Und die Wirtschaft in Deutschland wird mit einem realen BIP-Anstieg von 2,5 Prozent, wie wir ihn in der PLATOW Prognose 2011 vorhersagen, für deutsche Verhältnisse immer noch überdurchschnittlich kräftig wachsen.

Davon sollten vor allem zyklische Werte wie der Chemie-Spezialist Lanxess profitieren. Die ehemalige Bayer-Tochter hat in diesem Jahr bereits mehrfach ihre Ergebnisprognose angehoben und strebt auch mittelfristig ehrgeizige Gewinnziele an. Als weltweit führender Produzent von synthetischem Kautschuk für die internationalen Reifenhersteller will Lanxess am Megatrend Mobilität partizipieren.

Eine Wette auf die weitere Erholung der Weltkonjunktur ist die Aktie des Stahlhändlers Klöckner & Co. Doch anders als klassische Stahl-Aktien wie ThyssenKrupp haben die Titel von Klöckner & Co. an der Börse bislang noch nicht so recht gezündet und bieten deshalb vergleichsweise günstige Einstiegskurse.

Mit der Konjunktur geht auch der Hamburger Gabelstapler-Hersteller Jungheinrich. Das Traditionsunternehmen nutzte die EXPO 2010 in Shanghai als Plattform, um seine Fühler verstärkt auf die asiatischen Wachstumsmärkte auszustrecken.

Der wachsende Bedarf an Mobilität und strengere Abgasnormen sind die Wachstumstreiber bei dem Motorenhersteller Tognum. Das Unternehmen, an dem Daimler mit gut 25% beteiligt ist, verfügt über ein dickes Auftragspolster und gilt als äußerst innovationsfreudig.

Zur Person: Frank Mahlmeister ist Chefredakteur bei PLATOW, dem Informationsdienst für Wirtschaft, Kapitalmarkt und Politik

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