Ärzte Zeitung online, 03.12.2010

Union und FDP verständigen sich auf Steuervereinfachungen

BERLIN (dpa). Die Koalition will das Steuerrecht vereinfachen und die Steuerzahler um 590 Millionen Euro entlasten. Union und FDP haben eine Liste mit 41 Vorschlägen erarbeitet, die am Donnerstag der Nachrichtenagentur dpa vorlag. Einige Punkte sind auch für Freiberufler interessant.

Kinderbetreuung: Künftig soll auf die Unterscheidung verzichtet werden, ob Kinderbetreuungskosten durch Berufstätigkeit bedingt oder privat veranlasst sind. Gleichzeitig wird der Erklärungsaufwand bei der Anlage Kind (Anlage K) durch Wegfall einer Seite des Erklärungsvordrucks reduziert. Die Steuermindereinnahmen belaufen sich hier auf 60 Millionen Euro.

Kindergeld/Freibeträge: Bei der Gewährung von Kindergeld und Freibeträgen soll auf die Einkommensüberprüfung bei volljährigen Kindern verzichtet werden. Damit verzichtet der Staat auf Einnahmen von 200 Millionen Euro.

Steuererklärung: Wer will, kann künftig nur noch alle zwei Jahre eine Steuererklärung abgeben. "Einen Nachteil erleiden sie dadurch nicht", heißt es im Koalitionspapier. Die Vereinfachung zielt auf Bürger, die über Jahre etwa gleich viel verdienen.

Eheleute: Derzeit gibt es bei der Steuer insgesamt sieben Veranlagungs- und Tarifvarianten für Eheleute. Künftig soll es nur noch vier geben.

Stipendien: Stipendien sind steuerfrei, wenn sie unmittelbar aus öffentlichen Mitteln geleistet werden. Der begünstigte Personenkreis wird nun zum Beispiel auf Empfänger indirekter Zahlungen aus EU-Förderprogrammen erweitert, die Verwaltungspraxis vereinfacht.

Erstattung: Wird beispielsweise Kirchensteuer für zurückliegende Jahre erstattet, ist bei höheren Erstattungsbeträgen ggf. eine Wiederaufrollung alter Steuerfestsetzungen erforderlich. Zur Verwaltungsvereinfachung soll darauf künftig verzichtet werden. In diesen Fällen erfolgt dann eine Hinzurechnung im Jahr der Erstattung.

Erbschaften: Hinterlässt ein Verstorbener bei einer Bank ein Vermögen, musste das Institut bisher ab einem Wert von 5000 Euro den Fiskus informieren. Dieser Betrag wird auf 10 000 Euro verdoppelt.

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Finanzen/Steuern (10401)

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