Ärzte Zeitung online, 20.12.2010

Umfrage: Immer mehr Zweitjobber in Deutschland

HANNOVER (dpa). Immer mehr Arbeitnehmer in Deutschland versuchen, ihr Einkommen mit einem Nebenjob aufzubessern. Nach einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungs-Instituts Forsa ergänzen 15 Prozent der Erwerbstätigen ihren Hauptberuf durch eine weitere Tätigkeit, um am Monatsende finanziell besser dazustehen.

Vor zwei Jahren hatte der Anteil der Deutschen mit Zweitjob lediglich 3,7 Prozent betragen, wie der Finanzdienstleister AWD am Montag in Hannover mitteilte. Das Unternehmen hatte die Untersuchung in Auftrag gegeben.

Besonders häufig sind der Studie zufolge Geringverdiener mit einem Netto-Haushaltseinkommen von weniger als 1000 Euro und Selbstständige auf eine zusätzliche Einkommensquelle angewiesen. Viele Arbeitnehmer seien zudem kurz davor, sich einen Zweitjob zuzulegen.

38 Prozent aller Befragten erwögen, neben ihrer bestehenden Arbeit eine weitere Tätigkeit aufzunehmen. Wegen steigender Lebenshaltungskosten bei oft nur geringen Lohnzuwächsen dürfte dieser Trend künftig noch zunehmen, erklärte AWD-Kommunikationschef Béla Anda: "Vor allem die nebenberufliche Selbstständigkeit wird an Bedeutung gewinnen."

Insgesamt nimmt nach den Ergebnissen der Forsa-Umfrage die Angst der Deutschen vor Arbeitslosigkeit angesichts des wirtschaftlichen Aufschwungs ab. Derzeit hätten nur noch 12 Prozent der Erwerbstätigen Sorge, dass sie im kommenden halben Jahr ihren Job verlieren könnten, hieß es.

Auf dem Höhepunkt der Krise im Sommer 2009 hatte noch mehr als ein Fünftel der Befragten befürchtet, bald ohne Arbeit zu sein.

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