Ärzte Zeitung online, 22.12.2010

Deutsche setzen bei Altersvorsorge vor allem auf die Absicherung im Pflegefall

KÖLN (iss). Die meisten Deutschen wollen zwar lieber in die private Vorsorge investieren als länger zu arbeiten, aber knapp die Hälfte der Erwerbstätigen ist bislang ohne private Absicherung. Das zeigt das aktuelle Ruhestand-Barometer des Versicherungskonzerns Axa.

Im Auftrag der Axa hatte die Gesellschaft für Konsum-, Markt- und Absatzforschung mehr als 13 000 Personen zwischen 25 und 75 Jahren in 13 Ländern nach ihren Einstellungen zum Thema "Ruhestand" befragt. In Deutschland waren 501 Erwerbstätige und 500 Ruheständler oder Vorruheständler einbezogen. Sieben Prozent der Erwerbstätigen und elf Prozent der Ruheständler waren Selbstständige oder Freiberufler.

Nach der repräsentativen Erhebung wollen 69 Prozent der Erwerbstätigen mehr fürs Alter zurücklegen, damit sie nicht bis zum gesetzlichen Rentenalter arbeiten müssen. Während 44 Prozent dabei auf die private Vorsorge setzen, sind 25 Prozent bereit, höhere Beiträge für die gesetzliche Rentenversicherung zu bezahlen. 46 Prozent geben an, dass sie mit Anfang 30 begonnen haben, fürs Alter vorzusorgen. 34 Prozent wollen im Schnitt erst mit 48 mit dem Sparen anfangen, 20 Prozent überhaupt nichts fürs Alter zurücklegen.

Im internationalen Vergleich sparen die Deutschen vergleichsweise wenig. Die Erwerbstätigen legen hierzulande 3934 Euro im Jahr zurück, die Ruheständler 3562 Euro. Zum Vergleich: Bei den Schweizern sind es 7923 Euro beziehungsweise 7011 Euro, bei den US-Amerikanern 7748 Euro beziehungsweise 6789 Euro. Nur die Franzosen legen mit 2102 Euro und 1897 Euro noch weniger auf die hohe Kante als die Deutschen.

Als Grund für die private Vorsorge nennen 40 Prozent der deutschen Erwerbstätigen den Rückgang des Rentenniveaus, 39 Prozent Kinder und 33 Prozent die Unterstützung bei der betrieblichen Altersvorsorge durch den Arbeitgeber. In einigen Ländern - zum Beispiel Japan, Spanien und Großbritannien - ist ein runder Geburtstag der Hauptauslöser.

Bei den Befragten in allen Ländern soll die Altersvorsorge vor allem der Einkommenssicherung dienen. In Deutschland folgt direkt an zweiter Stelle die Absicherung für den Pflegefall - dieses Motiv spielt in den anderen Ländern dagegen nur eine untergeordnete Rolle.

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