Ärzte Zeitung online, 22.12.2010

Garantiezins bei Lebensversicherungen sinkt angeblich auf 1,75 Prozent

BERLIN (dpa). Neue Lebensversicherungsverträge könnten deutlich unattraktiver werden. Das Bundesfinanzministerium will die Garantieverzinsung für Lebensversicherungen laut Branchenverband GDV schon Mitte 2011 senken: Der sogenannte Höchstrechnungszins solle zum 1. Juli kommenden Jahres von derzeit 2,25 Prozent auf dann 1,75 Prozent verringert werden, teilte der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) am Mittwoch mit. Dies gehe aus einem Vorschlag des Ministeriums hervor. Das Ministerium selbst war am Mittwochvormittag zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Der GDV hält eine mögliche Senkung des Zinses nach eigenen Angaben für äußerst problematisch: Man sehe für 2011 keinen Anlass, dass das Ministerium die bestehende Regelung ändere. Bei dem Höchstrechnungszins handelt es sich faktisch um den Zins, den Versicherungen ihren Kunden höchstens garantieren dürfen. Hinzu kommt für Kunden die nicht garantierte Überschussbeteiligung.

Der garantierte Zins für Lebensversicherungen ist an die durchschnittliche Rendite zehnjähriger europäischer Staatsanleihen gekoppelt und darf 60 Prozent davon nicht überschreiten. Seit 2007 liegt der Garantiezins 2007 unverändert bei 2,25 Prozent. Letztlich entscheidet das Finanzministerium über Änderungen. Senkt es den Zins, dürften Gesellschaften weniger Lebensversicherungen verkaufen können, weil diese dann an Attraktivität verlieren.

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