Ärzte Zeitung, 27.06.2011

Rohstoffe lassen in Afrika Optimismus wachsen

In Afrika wächst die Wirtschaft in den Ländern südlich der Sahelzone rapide - mit neuen Fonds können Anleger auf den Trend setzen.

Von Richard Haimann

Rohstoffe lassen in Afrika Optimismus wachsen

Kaffee- oder Kakaobohnen sind nicht die einzigen Rohstoffe, die in Afrika zu finden sind. Sie alle tragen zum Wachstum bei.

© Valery Sibrikov / fotolia.com

FRANKFURT/MAIN. Armut, Bürgerkrieg, Chaos - Afrika gilt gemeinhin als der verlorene Kontinent. Doch die Realität sieht anders aus: Die Staaten südlich der Sahara zählen zu jenen Ländern, deren Wirtschaft weltweit die höchsten Wachstumsraten aufweist. Mit neuen Fonds können Anleger auf diesen Trend setzen.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) korrigierte gerade seine Wachstumsprognose für Subsahara-Afrika nach oben: Um durchschnittlich 5,5 Prozent soll danach die Wirtschaft in den Staaten südlich der Sahelzone in diesem Jahr zulegen. Für 2012 prognostizieren die IWF-Experten sogar ein Plus von 5,9 Prozent.

Das ruft nun auch große institutionelle Investoren auf den Plan: "Altersvorsorgeeinrichtungen und Versicherungen interessieren sich verstärkt für Kapitalanlagen in Afrika", sagt Bernhard Köhler, Vorstandschef des Schweizer Fondsanalysehauses Swisslake Capital. "Allein im ersten Quartal dieses Jahres wurden drei neue Afrikafonds für diese Profiinvestoren aufgelegt."

Steigende Rohstoffpreise beflügeln die Wirtschaft

Die Länder der Region profitieren kräftig von ihrem Rohstoffreichtum. Nigeria ist der zwölftgrößte Ölproduzent der Welt. Im Boden des Kongos lagern 30 Prozent der bekannten Diamanten-Vorkommen der Welt und 70 Prozent der weltweiten Coltan-Reserven.

Das aus dem Erz gewonnene Tantal ist eines der wichtigsten Metalle für die Produktion von kleinsten Kondensatoren für Mobiltelefone, Notebooks und DVD-Spieler. Zudem wird es wegen seiner Temperatur- und Korrosionsbeständigkeit zur Herstellung chirurgischer Instrumente eingesetzt.

Auch globale Unternehmen wittern ihre Chance

Darüber hinaus beflügeln die steigenden Preise von Kakao, Kaffee, Tee und Baumwolle die Wirtschaft Afrikas. Wie in Indien und China wächst in den Ländern eine kaufkräftige Mittelschicht heran. Das lockt inzwischen auch immer mehr westliche Unternehmen in die Region.

"Die US-Handelskette Walmart hat jetzt 51 Prozent am südafrikanischen Supermarkt-Konzern Massmart übernommen", nennt Malcolm Gray, Manager der Investmentgesellschaft Investec, ein Beispiel. "Zahlreiche globale Unternehmen wittern jetzt Chancen in Afrika."

Für Privatanleger, die auf diesen Trend setzen wollen, legen Kapitalanlagegesellschaften nun auch erste Afrika-Fonds auf:

  • Der neue Africa Opportunities Fund von Investec ist in afrikanische Bergwerks- und Telekommunikationsgesellschaften investiert sowie in Papiere europäischer Unternehmen wie dem italienischen Energieversorger ENI, die stark auf dem Kontinent engagiert sind. Der Fonds notiert in US-Dollar, der heimlichen Leitwährung Afrikas. (ISIN LU0518403992)
  • Der in Euro notierende Invest Africa FC der Deutsche-Bank-Tochter DWS hat 43 Prozent seines Kapitals in Rohstoffwerte angelegt, 16 Prozent ruhen in Bankaktien und zwölf Prozent in Papieren von Energieversorgungsunternehmen. Seit 2009 hat der Fonds mit dieser Strategie eine Rendite von 108 Prozent eingefahren. (LU0329759921)
  • Der ebenfalls in Euro notierende Africa Equity Fund von Nordea Investments hat einen anderen Schwerpunkt: 39 Prozent seines Kapitals sind in südafrikanische und britische Banken mit Afrika-Engagement investiert. Der Anteil der Rohstoffwerte beträgt 21 Prozent. Da Bankwerte durch die Eurokrise unter Druck sind, hat der Fonds seit Jahresbeginn rund 16 Prozent verloren. Beruhigen sich die Kapitalmärkte, dürfte der Wert der Anteilsscheine wieder deutlich steigen. (LU0390856580)
  • Der im Dezember aufgelegte Africa Equity Fund A von JP Morgan wiederum ist zu 34 Prozent in Aktien von Unternehmen aus dem Konsumgütersektor investiert, 28,6 Prozent des Fondsvermögens entfallen auf Bankwerte, 22,4 Prozent auf Rohstoffgesellschaften und sechs Prozent auf Energieversorger. (LU0554776046)

Alle Fonds werden von Banken und Sparkassen mit einem Ausgabeaufschlag von fünf Prozent angeboten. Anleger können Geld sparen, indem sie Anteile bei einem Discountbroker oder über die Börse erwerben.

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