Ärzte Zeitung online, 03.08.2011

Girokonto, Aktienkauf oder Kreditkarte?

FRANKFURT/MAIN (eb/ger). Geldgeschäfte kosten Geld - aber je nach Anbieter werden für ein und dieselbe Finanzdienstleistung oft unterschiedlich hohe Preise und Gebühren verlangt. Wer als Bankkunde sorgfältig rechnet und vergleicht, kann daher so manche Kostenfalle vermeiden.

Um bei Geldgeschäften Kostenfallen zu vermeiden, sollten Bankkunden immer für eine bestimmte Finanzdienstleistung auch die Kosten der Angebote verglichen werden. Denn selbst scheinbar geringe Gebührendifferenzen addieren sich im Laufe der Zeit oft zu erklecklichen Summen.

Die nachfolgenden Beispiele, die von der Bank ING DiBa zusammengestellt worden sind, zeigen, wie sich viel Geld sparen lässt, wenn der Kunde nicht das erstbeste Angebot unterschreibt.

Girokonto: Die monatliche Kontogebühr, teure Dispozinsen sowie Zusatzgebühren für einzelne Buchungsposten und Kontoauszüge machen viele Girokonten zum Geldfresser.

Laut den Finanzexperten der Stiftung Warentest können Bankkunden zuweilen mehr als 100 Euro pro Jahr sparen, wenn sie auf ein kostenloses Girokonto ohne Wenn und Aber umsteigen.

Häufig handelt es sich dabei um online geführte Konten. Weiteres Einsparpotenzial bietet der Vergleich der Dispozinsen - hier gibt es bei den Konditionen im Markt Unterschiede von bis zu acht Prozentpunkten (Quelle: FMH Finanzberatung, Stand: 22. Juli 2011).

Kreditkarte: Kartennutzer sollten sich nicht verunsichern lassen: Eine Kreditkarte ist in erster Linie zum Bezahlen da und nicht als Vehikel für Zusatzversicherungen, Club-mitgliedschaften oder Bonuspunkte.

Solche Extras verteuern die Karte meist unnötig und verursachen häufig jährliche Gebühren von 40 bis 80 Euro. Vollwertige Kreditkarten ohne fragwürdige Extras gibt es hingegen bei manchen Banken zum kostenlosen Girokonto gratis dazu.

Wertpapiere: Beim Kauf oder Verkauf von Wertpapieren fallen Ordergebühren an. Außerdem verlangen viele Institute noch eine zusätzliche Jahresgebühr für die Verwaltung des Depots. Die Ordergebühren liegen meist zwischen 0,25 und 1,0 Prozent des Kurswerts.

Bei kleinen Anlagebeträgen werden häufig feste Mindestgebühren pro Wertpapierauftrag fällig, die je nach Institut recht unterschiedlich ausfallen.

Wer zum Beispiel ein Wertpapiervermögen von einigen Zehntausend Euro auf dem Depotkonto hat und regelmäßig Papiere kauft und verkauft, kann durch die Wahl eines günstigen Anbieters schnell einige Hundert Euro pro Jahr an Depotgebühren und Transaktionskosten sparen.

Investmentfonds: Wer Fondsanteile bei Filialbanken oder Finanzvertrieben kauft, muss mit Ausgabeaufschlägen von bis zu 6 Prozent rechnen. Direktbanken und Online-Broker verzichten hingegen bei vielen Fonds ganz oder teilweise auf den Ausgabeaufschlag.

Ein langfristig orientierter Sparer kann so bei einer monatlichen Sparrate von 150 Euro im Laufe von 20 Jahren bis zu 2038 Euro an Gebühren sparen. Teuer sind häufig auch die von der Fondsgesellschaft berechneten fondsinternen Verwaltungskosten, die Jahr für Jahr bis zu 2 Prozent des Fondsvermögens dahinschmelzen lassen.

Mit jährlichen Kosten von meist weniger als 0,5 Prozentpunkten sind börsengehandelte Indexfonds (ETF) wesentlich günstiger. Sie verzichten dafür auf ein aktives Fondsmanagement und bilden lediglich einen Aktien- oder Anleihenindex ab.

Anschaffungskredite: Zuweilen werben Banken mit niedrigen Zinsen, die sie jedoch nur besonders zahlungskräftigen Kunden gewähren. Von normalen Kunden verlangen sie bei solchen bonitätsabhängigen Offerten dann häufig einen Zinsaufschlag.

Auch berechnen viele Banken eine Bearbeitungsgebühr, die den Kredit weiter verteuert. Wer mehrere Effektivzins-Angebote mit identischer Finanzierungsdauer miteinander vergleicht, kann bei einer Kreditsumme von 15.000 Euro und vierjähriger Laufzeit zum Beispiel insgesamt 1888 Euro an Zinsen sparen.

In diesem Rechenbeispiel zahlt der Kunde nur einen Effektivzins von 6 Prozent statt 12 Prozent.

Topics
Schlagworte
Finanzen/Steuern (10326)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Hypertonie in jungen Jahren erhöht Risiko für den Nachwuchs

Das Alter, in dem sich ein Bluthochdruck manifestiert, beeinflusst nicht nur die persönliche Prognose eines Patienten, sondern wohl auch das Erkrankungsrisiko seiner Kinder. mehr »

Medienanamese künftig Bestandteil der U-Untersuchungen?

Schon bei Babys und Kleinkindern machen sich die Folgen übermäßigen Medienkonsums bemerkbar. Das geht aus der neuen BLIKK-Studie hervor. Pädiater reagieren besorgt. mehr »

Deutsche überschätzen Ebola-Gefahr und unterschätzen Masern

Im Mittelpunkt medialer Berichterstattung stehen meist große globale Bedrohungen wie Ebola und Zika. Doch Experten haben ganz andere übertragbare Erkrankungen im Visier. mehr »