Ärzte Zeitung online, 08.08.2011

Beim Dax geht es zum Wochenstart weiter abwärts

FRANKFURT/MAIN (dpa). Der Dax ist am Montag nach der Ratingabstufung der USA unter 6000 Punkten auf den tiefsten Stand seit elf Monaten gefallen. Die befürchtete Panik blieb aber zunächst aus.

Beim Dax geht es zum Wochenstart weiter abwärts

Die Anzeigetafel für den DAX-Index in der Börse in Frankfurt/Main zeigt den Tiefstand von 15:01 Uhr: 6015,70 Nervöser Handel nach Abstufung der USA prägte das Geschehen.

© dpa

Nach einem leichten Plus am Morgen entschied sich der deutsche Leitindex für eine fortgesetzte Talfahrt und stand am Nachmittag bei 3,95 Prozent tiefer bei 5989,66 Punkten.

Zunächst hatte das Krisenmanagement der Europäischen Zentralbank (EZB) zusammen mit beruhigenden Aussagen der G7-Finanzminister noch geholfen, weiteren Schaden durch den Verlust der Topbonität der US-Staatsanleihen auszugleichen.

Längste Verlustserie seit 1993

In der Vorwoche war der Dax trotz der Einigung im US-Schuldenstreit in der längsten Verlustserie seit 1993 bereits um fast 13 Prozent abgerutscht. Der MDax büßte weitere 5,02 Prozent auf 8676,61 Punkte ein, der TecDax verlor 3,80 Prozent auf 690,51 Punkte.

Die am Wochenende von einigen Marktbeobachtern befürchtete neuerliche Panik an den Aktienbörsen mit einem "schwarzen Montag" blieb zunächst aber aus, obwohl die USA nur wenige Tage nach der Schuldeneinigung erstmals in der Geschichte ihre Bestnote als zuverlässiger Schuldner verloren hatten.

Trevor Greetham von der Fondsgesellschaft Fidelity International sagte: "Die Rating-Abstufung kommt nicht überraschend und die Verkäufe der letzten Woche waren zum Teil von Gerüchten über diesen Schritt getrieben."

An den Börsen könnte die Gewissheit um den Verlust des Top-Ratings auch zu einer Erleichterungs-Rallye statt zum Ausverkauf führen. Indes haben Käufe italienischer und spanischer Anleihen der EZB eine durchschlagende Wirkung gezeigt und die Renditen deutlich fallen lassen.

Anleger-Favoriten: Finanzwerte und Aktion der Versicherer

Finanzwerte und dabei insbesondere die Aktien der Versicherer zählten bis zum Nachmittag zur Überraschung einiger Anleger zu den Favoriten. Die Titel gelten als ein Seismograph für die Sorgen um die angespannte Verschuldungslage.

Papiere der Deutschen Bank erlebten wie an den Vortagen eine Berg- und Talfahrt und schwankten zwischen einem Tief bei 32,415 Euro und einem Hoch bei 34,600 Euro heftig hin und her - zuletzt rutschten sie aber um 1,65 Prozent auf 32,780 Euro ab.

Der Versicherer Munich Re hielt sich dagegen mit plus 0,39 Prozent auf 93,16 Euro an der Dax-Spitze.

Börsianer verwiesen auf die Anleihenkäufe der EZB, die für Beruhigung sorgten. Die Reaktion der Währungshüter auf die jüngsten Verwerfungen an den Märkten kann laut Royal Bank of Scotland als "kraftvolle" Antwort verstanden werden.

Minus von sieben Prozent bei BMW-Aktie

Ganz oben auf den Verkaufslisten landeten aber Autowerte wegen negativer Analystenkommentare zu dem Sektor. BMW-Papiere standen mit minus 7,32 Prozent auf 56,05 Euro am Dax-Ende. Dabei ist der Münchener Autobauer mit einem weiteren Absatzrekord in die zweite Jahreshälfte gestartet.

Andere Einzeltitel wurden auch von Analystenstimmen bewegt: MAN-Papiere litten mit einem Minus von 5,42 Prozent unter einer negativen Studie von Merrill Lynch zum Lkw-Markt.

Am Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 2,15 (Freitag: 2,11) Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,34 Prozent auf 127,41 Punkte.

Der Bund Future notierte unverändert bei 132,36 Punkten. Der Euro stieg: Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,4225 (1,4155) US-Dollar. Der Dollar kostete damit 0,7030 (0,7065) Euro.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Körperlich aktive Kinder werden seltener depressiv

Bewegen sich Kinder viel, entwickeln sie in den kommenden Jahren seltener depressive Symptome. Viel körperliche Aktivität könnte daher präventiv wirken. mehr »

Generelle Landarztquote ist vom Tisch

Der Masterplan Medizinstudium 2020 ist in trockenen Tüchern. Länder können, müssen aber keine Zulassungsquote für Landärzte in spe festlegen. mehr »

Star Trek und die Ethik der Medizin

Ärztliche Fortbildung sind immer dröge Veranstaltungen? Eine Veranstaltung in Frankfurt ist der medizinethischen Wertewelt von Raumschiff Enterprise auf den Grund gegangen - und zeigt, was Ärzte aus der Serie lernen können. mehr »