Ärzte Zeitung online, 08.08.2011

Schwarze Serie an den Börsen

Erst als die Wall Street öffnete, kam der Ausverkauf am deutschen Aktienmarkt richtig in Gang: Minus 5 Prozent waren es am Ende. Nach einer rabenschwarzen Woche mit minus 13 Prozent rauschte der Dax auch am Montag in die Tiefe.

Der Dax reißt die 6000-Punkte-Marke

Börse in Frankfurt/Main um 16:46 Uhr: Der Dax ist am Tiefpunkt angekommen.

© dpa

FRANKFURT/NEW YORK (dpa). Der Börsencrash auf Raten geht weiter: Der deutsche Leitindex Dax hat am Montag 5 Prozent verloren und damit den elften Handelstag in Folge mit einem Minus geschlossen.

Die Herabstufung der US-Kreditwürdigkeit durch die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) verschärfte die Talfahrt an den Aktienmärkten rund um den Globus. Auch an der Wall Street ging es zeitweise mehr als 3 Prozent nach unten.

Der zunächst noch freundlich in den Handel gestartete Dax drehte relativ schnell ins Minus und beschleunigte nach der Börsenöffnung in New York seine Verluste.

Am späten Nachmittag sackte das wichtigste deutsche Börsenbarometer unter die 6000-Punkte-Marke. Am Ende schloss der Dax bei 5923,27 Punkten, hatte sein Tief aber zuvor bei 5911 Punkten markiert.

Talfahrt an der Wall Street setzt sich fort

Der MDax stürzte um 6,52 Prozent auf 8539,42 Punkte ab. Der TecDax gab 5,33 Prozent auf 679,51 Punkte ab. Allein in der vergangenen Woche hatte der deutsche Leitindex knapp 13 Prozent verloren.

An der Wall Street in New York setzte sich die Börsen-Talfahrt weiter fort: Nachdem der Leitindex Dow Jones Industrial in den vergangenen fünf Handelstagen insgesamt fast 6 Prozent an Wert eingebüßt hatte, sackte er auf rund 11 060 Punkte und damit auf den tiefsten Stand seit Anfang Dezember 2010.

Zusätzliche Abstufung von Kreditgebern

Für den schwachen Auftakt wurde am Markt eine zusätzliche Abstufung von Kreditgebern verantwortlich gemacht, die mit der US-Regierung in Verbindung stehen. Demnach hat S&P die beiden mit staatlichen Geldern geretteten Baufinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac abgestuft.

Der breit gefasste S&P 500 gab zunächst um 3,40 Prozent auf 1158,60 Punkte nach und auch die Nasdaq-Indizes zeigten sich nach ihren insgesamt sieben- und achtprozentigen Verlusten in der Vorwoche sehr schwach: Der Nasdaq 100 sank um 3,57 Prozent auf 2116,10 Punkte und der Composite-Index fiel um 3,69 Prozent auf 2438,97 Punkte.

„Eine Abstufung durch S&P ist zwar erwartet worden, aber dass es so schnell kommt, hat geschockt“, sagte ein Aktienexperte einer US-Adresse in London. Unter den Einzelwerten im Dow ging es besonders kräftig für die Aktien der Bank of America nach unten.

Niedrigster Stand in Paris seit 2009

Die Pariser Börse schloss auf dem niedrigsten Stand seit Juli 2009. Auch der russische Aktienmarkt begann die neue Börsenwoche mit schweren Kurseinbrüchen. Der RTS-Index des Computerhandels in Moskau beendete den Handel mit einem Minus von 7,84 Prozent. In Japan schloss der Nikkei-Index für 225 führende Werte mit einem Minus von 2,18 Prozent bei 9097,56 Punkten.

In Sydney erreichte der ASX200-Index den tiefsten Stand seit zwei Jahren. Neben der Herabstufung der Kreditwürdigkeit der USA zogen nach Einschätzung von Händlern vor allem Sorgen über die Schuldenkrise in Europa die Kurse in den Keller.

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