Ärzte Zeitung online, 10.08.2011

Börsenkurse weiter im Sinkflug

Gerüchte um eine Herabstufung der französischen Kreditwürdigkeit schockten am Mittwoch die Märkte. Wieder zog es die Aktienindizes in die Tiefe. Auch ein schnelles Dementi der Franzosen konnte den Trend nicht kippen.

FRANKFURT/MAIN (dpa). Die Hoffnung auf eine Erholung am Aktienmarkt ist am Mittwoch im Keim erstickt worden: Nach kurzer Erholung im Morgenhandel brach der deutsche Leitindex erneut ein und schloss mit einem Minus von 5,13 Prozent bei 5613,42 Punkten.

Weil im Markt über eine angeblich drohende Herabstufung der Kreditwürdigkeit Frankreichs spekuliert wurde, gerieten die ohnehin hochnervösen Börsen in den Abwärtssog. Ein rasches Dementi aus Paris änderte nicht viel. Auch an der Wall Street ging es abwärts, zeitweise um fast 4 Prozent.

In Frankreich rissen drastische Kursstürze im Bankensektor den Index CAC40 in den Keller. Die Papiere der Großbank Société Générale fielen um zeitweise mehr als 20 Prozent. Die französischen Banken zählen zu den am stärksten engagierten Instituten im von der Schuldenkrise geplagten Griechenland.

Französische Staatsanleihen vor der Abstufung?

Société Générale ist zudem gleich doppelt von der Griechenland-Krise betroffen. Neben dem hohen Bestand an Staatsanleihen gehört ihr die griechische Bank Geniki. Zu Börsenschluss lag der CAC40 dennoch mit 5,45 Prozent im Minus, obwohl sich der Kurs von Société Générale auf minus 14,7 Prozent erholte.

"Es machten Gerüchte die Runde über eine mögliche Rating-Abstufung von französischen Staatsanleihen", begründete Händler Andreas Lipkow von der Wertpapierhandelsbank MWB Fairtrade die Verluste. Diese Gerüchte erwiesen sich jedoch als haltlos, wie sich später herausstellte.

Das deutsche Börsenbarometer hat mit dem neuerlichen Einbruch nun den elften Handelstag in Folge im Minus geschlossen. So starke Verluste wie am Mittwoch mit mehr als 300 Punkten gab es in dieser Zeit nur zu Wochenbeginn, als der Dax rund 313 Zähler abgab.

Der MDax verlor 2,86 Prozent auf 8532,70 Punkte und der TecDax büßte 1,52 Prozent auf 690,32 Punkte ein. Einzelnachrichten und Quartalsbilanzen rückten erneut in den Hintergrund.

Auch die Wall Street tendiert nach unten

Der US-Leitindex war am Dienstag, beflügelt von Aussagen der Zentralbank Fed noch um fast vier Prozent geklettert. Fed-Chef Ben Bernanke hatte signalisiert, die faktische Nullzinspolitik der Fed voraussichtlich noch mindestens zwei weitere Jahre fortsetzen zu wollen. Am Mittwoch jedoch geriet auch die Wall Street wieder in den Abwärtssog.

Für gute Vorgaben hatte auch die japanische Börse gesorgt: Der Markt in Tokio legte nach der Rallye an der Wall Street deutlich zu. Der Leitindex Nikkei stieg um 94,26 Punkte oder 1,05 Prozent auf 9038,74 Zähler.

Der breitere Topix-Index gewann 0,82 Prozent auf 776,73 Punkte. Damit stoppten die Händler den kräftigen Abwärtstrend der vergangenen Tage - von Freitag bis Dienstag hatte der Nikkei 7,4 Prozent verloren.

Am Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 2,09 (Vortag: 2,07) Prozent. Der Rentenindex Rex rückte um 0,09 Prozent auf 127,91 Punkte vor. Der Bund Future gewann kräftige 1,45 Prozent auf 134,33 Punkte.

Der Kurs des Euro fiel bis zum Abend wieder deutlich unter 1,43 US-Dollar und pendelte zuletzt um die Marke von 1,42 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Nachmittag noch auf 1,4367 (Dienstag: 1,4267) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,6960 (Dienstag: 0,7009) Euro.

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