Ärzte Zeitung online, 10.08.2011

Deutsche Aktien starten mit deutlichem Plus

Nachdem die befürchtete Panik an den asiatischen Börsen ausgeblieben ist, sind die deutschen Aktienindizes am Donnerstagmorgen mit einem deutlichen Plus in den Handelstag gestartet.

FRANKFURT/HONGKONG/TOKIO (dpa). Gestützt auf eine stabile Entwicklung der Börsen in Asien haben die deutschen Aktienindizes am Donnerstag zu einem neuerlichen Erholungsversuch angesetzt. Der Dax legte in den ersten Handelsminuten 2,45 Prozent auf 5750 Punkte zu.

Der deutsche Leitindex hatte im Zuge der weltweiten Kurseinbrüche wegen der Schuldenkrisen in Europa und den USA am Mittwoch den elften Handelstag in Folge im Minus geschlossen und in der Spitze insgesamt fast 25 Prozent an Wert verloren.

Der MDax gewann am Morgen 2,92 Prozent auf 8781 Punkte und der TecDax stieg um 3,33 Prozent auf 713 Punkte.

An den asiatischen Aktienmärkten war zuvor die Lage nach den teils massiven Verlusten in Europa und an der Wall Street ruhig geblieben. An den meisten Märkten gingen die Aktien zwar nach unten - doch die zu Handelsbeginn teils deutlichen Verluste konnten eingedämmt werden.

Nikkei mit leichtem Minus

So beendete der japanische Leitindex Nikkei 225 den Handel nur mit einem leichten Minus von 0,63 Prozent, nachdem er zu Beginn noch mehr als 2,3 Prozent gefallen war.

Der die wichtigsten asiatischen Märkte umfassende MSCI Asia Apex 50 fiel bis 8 Uhr um 0,26 Prozent auf 759,47 Punkte - einige Börsen wie die in Seoul und Shanghai lagen sogar im Plus.

Händler führten die vergleichsweise geringen Verluste an den asiatischen Märkten zum Teil darauf zurück, dass das Minus in Europa und den Vereinigten Staaten nach den Gerüchten über eine mögliche Abstufung Frankreichs und den möglichen Problemen bei Banken in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Eurozone übertrieben gewesen sei.

"Zudem legen die meisten Unternehmen weiter gute Zahlen vor, so dass von dieser Seite Unterstützung kommt", sagte ein Händler in Tokio. Sorgen bereite jedoch weiter der anhaltende Yen-Höhenflug, der die ohnehin angeschlagenen japanische Wirtschaft belastet.

Dollar näherte sich historischen Tiefstständen

Der Dollar rutschte am Donnerstag wieder in Richtung 76 Yen und näherte sich damit historischen Tiefstständen. Viele Experten gehen davon aus, dass die japanische Regierung deshalb bald wieder am Devisenmarkt eingreifen wird. Zuletzt hatte sie das vergangene Woche getan - der Effekt verpuffte allerdings unter anderem wegen der Abstufung der Vereinigten Staaten durch die Rating-Agentur S&P wieder rasch.

Die Flucht aus dem Dollar und dem Euro sowie die fallenden Aktienkursen sorgten in der Nacht zum Donnerstag für ein neues Rekordhoch beim Gold. Der Goldpreis stieg dabei erstmals über 1800 Dollar, fiel aber in der Folge wieder leicht zurück.

In Tokio, der wichtigsten Börse in Asien, fiel der Nikkei 225 um 0,63 Prozent auf 8981,94 Punkte. Er rutschte damit zwar wieder leicht unter die Marke von 9000 Punkten, schloss aber deutlich über dem Tagestief von 8832 Zählern. Vor dem Beginn des weltweiten Kursrutsches an den Aktienmärkten hatte der Nikkei noch über der Marke von 10.000 Zählern gestanden.

Märkte am Mittwochnachmittag abgestürzt

In Europa und den USA waren die Märkte am Mittwochnachmittag beziehungsweise Abend abgestürzt, nachdem Spekulationen über Probleme in Frankreich die Runde machten. So fiel beispielsweise der Dax den elften Tag in Folge - und verbucht nun in diesem Zeitraum ein Minus von 24 Prozent.

Am Mittwoch sackte der deutsche Leitindex dabei innerhalb weniger Stunden um rund 300 Punkte oder fünf Prozent auf 5613 Punkte ab.

Nicht viel besser sah es beim Dow Jones aus, der am Mittwoch mehr als 500 Punkte oder 4,62 Prozent auf 10 719,94 Zähler verlor. Seit dem 21. Juli, als die weltweite Talfahrt an den Aktienmärkten begann, büßte das wichtigste Börsenbarometer der Welt damit knapp 16 Prozent ein.

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