Ärzte Zeitung online, 11.08.2011

Dax beendet "schwarze Serie" - Plus nach elftägiger Durststrecke

Aufatmen an der Frankfurter Börse: Nach elf Verlusttagen in Folge schloss der deutsche Aktienmarkt erstmals wieder mit Gewinnen. Zuvor legte der Dax erneut eine wilde Achterbahnfahrt hin - die Märkte bleiben extrem nervös.

Dax beendet "schwarze Serie" - Plus nach elftägiger Durststrecke

Nach elftägiger Talfahrt schließt der Dax am Donnerstag wieder im Plus.

© dpa

FRANKFURT/NEW YORK (dpa). Der Dax hat seine "schwarze Serie" vorerst beendet: Nach elftägiger Durststrecke ging der deutsche Leitindex am Donnerstag wieder mit einem Plus von 3,28 Prozent bei 5797,66 Punkten aus dem Handel.

Zuvor hatte er in einem erneut hochnervösen Handel eine chaotische Berg- und Talfahrt hingelegt. Grund waren neue Sorgen um eine Ausweitung der Schuldenkrise auf das Bankensystem.

Erholung an der Wall Street

Angetrieben von guten US-Konjunkturdaten setzte auch die Wall Street in New York zur Erholung an. Der Dow Jones Industrial lag zwischenzeitlich mit 2,7 Prozent im Plus über der 11 000-Punkte-Marke.

Im Zuge der weltweiten Kurseinbrüche wegen der Schuldenkrisen in Europa und den USA hatte der Dax die vergangenen elf Handelstage in Folge im Minus geschlossen und in der Spitze fast 25 Prozent an Wert verloren. Auch am Donnerstag ging es nach anfänglichen Gewinnen zunächst wieder in den Keller.

Zwischenzeitlich bei 5488 Punkten

Zwischenzeitlich sackte der Leitindex auf ein Anderthalbjahres-Tief bei knapp 5488 Punkten ab.

Auch in der zweiten Reihe ging es kräftig nach oben: Der MDax schnellte am Donnerstag um 4,47 Prozent auf 8913,90 Punkte hoch, und der TecDax kletterte um 4,21 Prozent auf 719,41 Punkte. Händler Andreas Lipkow von von der Wertpapierhandelsbank MWB Fairtrade sagte, der Verkaufsdruck weiche nun aus dem Markt.

"Wichtig wird nun der morgige Tag", so Lipkow mit Blick auf eine mögliche Fortsetzung in der Gerüchteküche. "Elf Verlusttage sind mehr als außergewöhnlich", pflichtete ihm Marktstratege Thilo Müller von MB Fund Advisory bei.

Der Markt sei schlichtweg überverkauft gewesen und hätte zuletzt übermäßig stark auf die verbreiteten Gerüchte reagiert.

US-Konjunkturdaten sorgen für Erholung

Außerdem sorgten gute US-Konjunkturdaten für Erholung an den Börsen: In den Vereinigten Staaten war die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der vergangenen Woche stärker als erwartet gesunken.

Davon beflügelt startete auch der Leitindex Dow Jones Industrial mit kräftigen Gewinnen in den Handelstag. Am Mittwoch hatte er noch mit einem Minus von mehr als 4 Prozent bei 10.719,94 Punkten geschlossen, dem tiefsten Stand seit September 2010.

Auch der EuroStoxx 50 drehte am späten Nachmittag dank deutlicher Kursgewinne an der Wall Street klar ins Plus. Er schloss bei 2215,45 Punkten mit einem Plus von 2,86 Prozent, nachdem er zuvor zeitweise bis zu dreieinhalb Prozent eingebüßt hatte.

Gerüchte um angebliche Abstufung der Kreditwürdigkeit Frankreichs

Erst am Mittwoch hatten Gerüchte über eine angebliche Abstufung der Kreditwürdigkeit Frankreichs die Kurse rund um den Globus wieder in den Keller geschickt und erste Erholungsversuche des Dax schon einmal jäh beendet. Die Bankwerte waren am Vortag zeitweise um zweistellige Beträge abgesackt.

Der französische Zentralbankchef Christian Noyer betonte aber, dass die Kursstürze der Pariser Großbanken keine große Gefahr darstellten. Am Markt war unter anderem spekuliert worden, dass bei der BNP Paribas die Verluste im Zusammenhang mit Griechenland höher sein könnten als angenommen.

Nach den Noyer-Aussagen und der Ankündigung eines Treffens von Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy erholten sich die Bank-Aktien wieder.

Der französische Leitindex CAC40 zog nach mehrstündigem Fall bis zum Abend wieder in den grünen Bereich mit einem Plus von 2,89 Prozent. Bis zum Ende des Börsentages hatte er 3090 Punkte erreicht. Auch die Titel der französischen Großbanken Société Générale und Crédit Agricole erholten sich wieder.

Treffen von Merkel und Sarkozy anberaumt

In der Euro-Schuldenkrise wollen sich Merkel und Sarkozy in der kommenden Woche treffen. Merkel werde am Dienstag nach Paris reisen, teilte das Kanzleramt am Donnerstag in Berlin mit.

 Bei dem Gespräch gehe es um die Ausarbeitung gemeinsamer Vorschläge zur Stärkung der wirtschaftspolitischen Steuerung der Eurozone.

Die Flucht aus dem Dollar und dem Euro sowie die fallenden Aktienkurse sorgten in der Nacht zum Donnerstag für ein neues Rekordhoch beim Gold. Der Goldpreis stieg dabei erstmals über 1800 Dollar, fiel aber in der Folge wieder zurück.

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