Ärzte Zeitung online, 19.08.2011

Weltweite Rezessionsängste: Kurse brechen weiter ein

TOKIO/FRANKFURT (dpa). Nach dem Schwarzen Donnerstag in Europa und den USA sind auch die Börsen in Asien eingebrochen. Eine Erholung der Märkte ist angesichts der trüben Aussichten für die Weltwirtschaft nicht in Sicht. Der Dax startet im Minus.

Die weltweite Börsen-Talfahrt geht weiter. Der Dax sackte am Freitag weiter ab und ist unter die Marke von 5400 Punkten gefallen. Das ist der tiefste Stand seit November 2009.

Bereits zum Handelsauftakt büßte der deutsche Leitindex 1,43 Prozent auf 5524,11 Punkte ein. Am Donnerstag war der Dax um 5,82 Prozent auf 5602,80 Punkte gesunken - das war der größte Tagesverlust in Prozent seit November 2008.

Der Euro hatte ebenfalls deutlich an Wert verloren. Auch am Freitag konnte sich die Gemeinschaftswährung zunächst nicht von ihren starken Vortagsverlusten erholen.

Märkte in Asien im Minus

Nach den Verlusten in den USA und Europa zogen die Sorgen um eine Abschwächung des weltweiten Wirtschaftswachstums am Freitag auch die Märkte in Asien tief ins Minus.

In Tokio verlor der Nikkei-Index für 225 führende Werte am Freitag zum Handelsschluss 2,51 Prozent oder 224,52 Punkte auf 8719,24 Zähler - das war der tiefste Stand seit Mitte März. Auch an anderen Börsen in Asien rutschten die Kurse ab.

Befürchtungen über eine Abkühlung der Weltwirtschaft und Sorgen um das europäische Bankensystem lassen die Kurse rund um den Globus einbrechen. Dies führe dazu, dass Investoren ihre risikobehafteten Anlagen wie Aktien nun auf den Markt werfen, sagte Stratege Ben Potter von IG Markets.

Analysten schüren Verunsicherung

An der Wall Street hatte der Dow Jones Industrial am Donnerstag um 3,68 Prozent tiefer bei 10.990,58 Punkten geschlossen. Seit Ende Juli, als der Abwärtstrend anfing, hat er damit knapp 14 Prozent eingebüßt.

Neben den Sorgen vor einem langsameren Wirtschaftswachstum belasteten Spekulationen um die Finanzstärke europäischer Banken. Die US-Bank Morgan Stanley trug mit ihren gesenkten Prognosen für das Wachstum der Weltwirtschaft ebenfalls zur Verunsicherung bei. Einige Experten sprachen bereits von einem Käuferstreik.

Schon Ende Juli und Anfang August hatte eine regelrechte schwarze Serie die internationalen Börsen in die Tiefe gerissen. Die Dimension der Kurseinbrüche hat mittlerweile das Niveau vom Herbst 2008 erreicht - also die Zeit der schweren Finanzmarktkrise im Zuge der Pleite von Lehman Brothers.

Japan vor einer Exportkrise?

In Tokio verloren am Freitag vor allem exportorientierte Werte wegen des starken Yen, der Ausfuhren verteuert. In der vergangenen Woche sank der Nikkei insgesamt um 2,73 Prozent.

Der breit gefasste Topix verlor am Freitag 2,04 Prozent oder 15,62 Punkte und schloss bei 751,69 Zählern, in der gesamten Woche sackte er um 2,15 Prozent ab.

Der Leitindex in Hongkong verlor 2,74 Prozent, der Leitindex in Südkorea sogar 6,19 Prozent. Die Börse in Sydney sank um 3,5 Prozent.

Der Dollar wurde in Tokio mit 76,48-56 Yen notiert, nach 76,58-59 Yen am Vortag. Der Euro notierte bei 1,4295-4296 Dollar, nach 1,4406-4406 Dollar am Donnerstag. Zum Yen lag der Euro bei 109,33-38 Yen, nach 110,32-34 Yen.

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