Ärzte Zeitung online, 02.01.2012

Volle Steuer für nur privat genutzten PKW

KASSEL (mwo). Wird ein einem Freiberufler überlassenes Auto ausschließlich privat genutzt, so muss er die entsprechenden Leasingraten voll versteuern.

Eine Anwendung der sogenannten Ein-Prozent-Regelung kommt dann nicht in Betracht, wie das Hessische Finanzgericht (FG) in Kassel mit einem Urteil entschied.

Der klagende Rechtsanwalt hatte einer Firmengruppe verschiedene Grundstücksobjekte vermittelt. Als kleines Dankeschön stellte ihm die Firmengruppe ein Auto zur kostenlosen privaten Nutzung zur Verfügung. Dienstlich nutzte der Anwalt den Wagen nicht.

Das Finanzamt setzte daher die von der Firmengruppe bezahlten vollen Leasingraten als zu versteuerndes Einkommen des Rechtsanwalts an. Der Anwalt wollte die private Nutzung dagegen nach der Ein-Prozent-Regelung berechnet wissen.

Geldwerter Vorteil

Diese Methode wird in der Regel angewendet, wenn Arbeitnehmer oder Freiberufler für einen Dienstwagen kein Fahrtenbuch führen. Das Finanzamt setzt dann monatlich ein Prozent des Bruttolistenpreises des Autos als Privatnutzung und somit als zu versteuerndes Einkommen an.

Doch der Rechtsanwalt habe das Auto ausschließlich zu privaten Zwecken genutzt, betonte nun das FG. Eine pauschale Berechnung des privaten Nutzungsanteils nach der Ein-Prozent-Regelung komme daher nicht in Betracht.

Vielmehr müsse der Anwalt die Leasingraten "in voller Höhe als sogenannten geldwerten Vorteil" und damit als Betriebseinnahmen versteuern.

Az.: 10 K 939/08

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