Ärzte Zeitung, 21.01.2012

Anlagen-Kolumne

2012 bietet noch Renditechancen

Investoren können derzeit von Aktien profitieren. Aber auch andere Anlageformen versprechen einen Geld segen, mit der entsprechenden Vorsicht und Strategie.

Von Gottfried Urban

2012 bietet Anlegern immer noch gute Renditechancen

Das Jahr ist noch jung, doch die Ängste bleiben die gleichen. Die Befürchtungen um eine globale Rezession und die Zukunft des Euro sind seit dem Jahreswechsel nicht geringer geworden.

Schwarz sehen müssen Anleger dennoch nicht. Dank der Schwellenländer und einiger Industrienationen wird die Welt weiter wachsen, und Unternehmen werden gutes Geld verdienen.

Zum einen befinden sich zahlreiche global aufgestellte Unternehmen in einer komfortablen Situation - ein Blick in die Gewinne und Kassenbestände untermauert diese These eindrucksvoll. Zum anderen werden wir von der Leitbörse wenig Störfeuer bekommen.

2012 ist ein Wahljahr, und die Konjunkturdaten zeigen erste Anzeichen einer Erholung. Untypisch wäre ein weiteres Abkühlen der Weltkonjunktur in der Tat, denn ein Wachstumszyklus dauert nicht nur zwei Jahre.

Aus diesen Gründen empfiehlt es sich für Anleger, 2012 ihren Fokus stärker auf die Aktienmärkte zu richten. Die Schuldenkrise sorgt in diesem Kontext übrigens für einen positiven Nebenaspekt: Aktien sind gegenwärtig relativ preiswert.

Viele Investoren wollen dies aber noch nicht wahr haben. Sie bleiben vorsichtig, parken ihr Vermögen lieber auf dem Festgeld oder schließen einen Bausparvertrag ab. Beide Anlage sind im aktuellen Umfeld nicht für die langfristige Geldanlage geeignet und sollten nur für die kurzfristige Reserve verwendet werden.

Immobilien lohnen sich

Mit dem Zins wird die nächsten Jahre die Inflationsquote nicht ausgeglichen werden können. Wesentlich interessanter sind in Jahren mit sehr schwacher Konjunktur Aktienmärkte. Der Gewinn liegt bekanntlich im Einkauf.

Bei Rohstoffen ist Vorsicht geboten, denn sie gehören zu den Spätzyklikern. Gold hat seinen Höchststand möglicherweise bereits erreicht. Dennoch sollte das Edelmetall fein dosiert als Krisenversicherung im Depot erhalten bleiben.

Besonders interessant bleiben für Zinsjäger Industrieanleihen sowie Staatsanleihen solider Schwellenländer. Der laufende Zinsertrag dieser Anlageklasse liegt deutlich über der Inflationsrate. Anlageklassen mit stabiler Wertentwicklung bleiben Wald sowie Grund und Boden.

Auch Immobilieninvestitionen sollten sich für Anleger weiterhin lohnen - sofern sie diese kritisch hinterfragen. Hier sollten Anleger den ein oder anderen Notstand nutzen, der durch die Schließung oder Abwicklung von offenen Immobilienfonds entstanden ist, und über die Börse zugreifen.

Hier gibt es große Abschläge zum offiziellen, von den jeweiligen Kapitalanlagegesellschaften ermittelten Preis. Doch nicht jeder Fonds ist gleich interessant: Deshalb ist die exakte Analyse von Vermietungssituation, Objektalter, Objektgröße und Finanzierungskonditionen unabdingbar.

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