Samstag, 1. November 2014
Ärzte Zeitung, 13.04.2012

Lebensversicherung: Klage soll Kunden stille Reserven sichern

KÖLN (akr). Verbraucherschützer wollen mit einem Musterverfahren die Gerichte prüfen lassen, ob Lebensversicherer ihre Kunden angemessen an den so genannten stillen Reserven beteiligen.

Stille Reserven entstehen, wenn der Marktwert von Kapitalanlagen wie Aktien oder Immobilien über dem in den Büchern angegebenen Wert liegt. Das Verfahren hat Bedeutung für alle Ärzte, deren Lebens- oder private Rentenversicherungen 2008 oder später ausgezahlt wurden.

Die Verbraucherzentrale Hamburg unterstützt die Klage eines Kunden gegen die Allianz Leben. Der Kläger ist davon überzeugt, dass die Auszahlung aus seiner Lebensversicherung zu gering gewesen ist.

In diesem Verfahren geht es zwar nur um 650 Euro. Aber für Versicherer und Verbraucher stehen möglicherweise Milliarden auf dem Spiel, sagt Edda Castelló von der Verbraucherzentrale Hamburg.

"Das Gesetz ist eindeutig"

Seit 2008 sind die Versicherer per Gesetz verpflichtet, Kunden an den stillen Reserven zu beteiligen. "Das Gesetz ist eindeutig", sagt Castelló.

"Doch wegen der Intransparenz kann die Versicherungsbranche mit ihren Rechentricks immer wieder geltendes Recht umgehen."

Die Verbraucherschützer hoffen, dass die Versicherer durch das aktuelle Verfahren dazu gezwungen werden, die Berechnung des für Kunden vorgesehenen Anteils an den stillen Reserven offen zu legen.

Die Allianz Leben bestreitet, Kunden nicht angemessen zu beteiligen. "Wir setzen das Gesetz natürlich um", sagt eine Sprecherin.

|
Topics
Schlagworte
Finanzen/Steuern (9155)
Recht (10286)
Organisationen
Allianz (873)
Personen
Edda Castelló (5)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Top-Meldungen

Kampf gegen Ebola: Impfstoffe sollen in einem halben Jahr verfügbar sein

Was sonst Jahre dauert, soll angesichts der Ebola-Epidemie nun in wenigen Monaten passieren: Die Tests zweier Impfstoffe gehen in die heiße Phase. mehr »

Neue IT-Schnittstelle: Schneller Datenaustausch bleibt Illusion

In Kürze soll es eine einheitliche IT-Schnittstelle für den Transfer von Praxisdaten von einer Arztsoftware zur anderen geben. Den großen Wunsch nach mehr Interoperabilität wird die neue Schnittstelle aber wohl nicht erfüllen. mehr »

50 Jahre Rettungswagen: Das "Rendezvous-System" erobert die Welt

Ein Oberarzt an der Chirurgischen Universitätsklinik Heidelberg hatte vor 50 Jahren eine Idee, die die Notfallmedizin revolutionierte. Heute stehen die Notärzte der Region wieder am Scheideweg. mehr »