Ärzte Zeitung, 21.10.2012

Renditen

Öl- und Kohleaktien mit hohem Potenzial

Weltweit steigt die Nachfrage nach fossilen Brennstoffen. Analysten erwarten nun hohe Gewinnsprünge bei den Fördergesellschaften.

Von Richard Haimann

Öl- und Kohleaktien mit hohem Renditepotenzial

Ölförderung im Kaspischen Meer: Vor allem Schwellenländer setzen auf die zunehmende Ausbeute fossiler Brennstoffe.

© ITAR-TASS / imago

NEU-ISENBURG. Der weltweite Verbrauch fossiler Energieträger wird nach neuen Studien in den kommenden Jahrzehnten weiter steigen. Analysten sehen deshalb erhebliches Potenzial bei Aktien von Gas-, Kohle- und Ölfördergesellschaften.

Zwar bemühen sich die Industriestaaten, allen voran Deutschland, seit Jahren darum, die Kohlendioxidemissionen zu senken und die Nutzung regenerativer Energien zu fördern.

Dennoch hält weltweit der Siegeszug der fossilen Energieträger weiter an. Vor allem Schwellenländer nutzen in hohem Umfang Kohle, Öl und Gas, um ihren stetig wachsenden Energiehunger zu stillen.

"50 Prozent des Anstiegs im weltweiten Energiebedarf entstehen allein durch die immens wachsende Nachfrage in China und Indien", sagt IEA-Chefökonom Fatih Birol. Hingegen trügen die Industrienationen nur drei Prozent des jährlichen Verbrauchsanstiegs bei.

Kohle bei Energieträgern derzeit die Nummer eins

Die Spitzenposition bei den fossilen Energieträger hat die Kohle inne: Im vergangenen Jahr wurden rund um den Globus 7462,8 Millionen Tonnen Braun- und Steinkohle zur Erzeugung von Heizwärme und elektrischem Strom verfeuert.

"Das ist ein Plus von 62,2 Prozent gegenüber den 4600 Millionen Tonnen im Jahr 2000", sagt Birol. "Rund 50 Prozent des gesamten Energiebedarfs der Erde wird mit Kohle gestillt."

Daran wird sich auch in den kommenden Jahren nichts ändern. Bis zum Jahr 2025 werde der globale Kohleverbrauch um weitere 30 Prozent ansteigen, prognostiziert die Energy Watch Group, ein internationales Netzwerk von Wissenschaftlern und Parlamentariern zur Untersuchung der Verfügbarkeit und Verknappung fossiler und atomarer Energieressourcen.

Auch die Nachfrage nach Erdgas und Öl sollen den Studien zufolge weiter zunehmen. "Im Jahr 2040 werden rund 80 Prozent des Weltenergiebedarfs durch fossile Brennstoffe gedeckt werden", lautet das Fazit einer neuen Untersuchung des Energieversorgers Exxon Mobil.

Analysten sehen deshalb erhebliches Potenzial bei Gas-, Kohle- und Öl-Aktien. Wegen der Angst vor einem globalen Wirtschaftsabschwung durch die Eurokrise sind die Preise der Rohstoffe und die Börsenkurse der Fördergesellschaften seit Jahresbeginn zum Teil deutlich gefallen.

Damit biete sich nun eine gute Einstiegsgelegenheit, weil die globale Nachfrage nach fossilen Brennstoffen tatsächlich nur geringfügig zurückgegangen sei, schreiben die Analysten von Morgan Stanley in einer Branchenanalyse.

"Die gegenwärtigen Kurse spiegeln nicht annähernd die künftigen Gewinne der Unternehmen wider."

Drei europäische Konzerne mit guten Gewinnchancen

Selbst wenn der seit Februar um 20 Prozent gefallene Ölpreis auf dem gegenwärtigen Niveau für weitere Monate verharren sollte, würden die Gesellschaften im nächsten Jahr ihre Gewinne im Schnitt um 50 Prozent steigern können.

Ganz vorn auf der Empfehlungsliste der Investmentbank stehen drei europäische Gas- und Ölförderer, die allesamt weltweit agieren: der italienische Konzern Eni (ISIN IT0003132476), die spanische Repsol (ES0173516115) und der französische Mitbewerber Total (FR0000120271).

Auch Ian Reid, Analyst bei Jefferies International, rät zum Kauf von Total: "Der Aktienkurs dürfte in den kommenden zwölf Monaten zum 20 Prozent steigen." UBS-Analyst Jon Rigby sieht bei der Eni-Aktie ein Potenzial von 17 Prozent im selben Zeitraum.

Noch höhere Kursanstiege erwarten die UBS-Beobachter bei Aktien amerikanischer Kohleförderer. Ihre Gewinne dürften 2013 massiv steigen, weil die Unternehmen jetzt massiv nach China exportieren.

Bei Peabody Energy (US7045491047) könnte sich nach ihrer Einschätzung der Börsenkurs bis Oktober nächsten Jahres verdoppeln, der von Alpha Natural Resources (US02076X1028) um 50 Prozent steigen. Beide Werte werden auch an deutschen Börsen gehandelt.

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