Ärzte Zeitung, 19.02.2013

Anlagen-Kolumne

Die "zweite Liga" gewinnt an Attraktivität

Die deutsche Wirtschaft schrumpft: Im letzten Quartal 2012 lag das Bruttoinlandsprodukt um 0,6 Prozent unter dem Vorquartal. Was Volkswirte negativ werten, ist aber eine gute Nachricht - für alle, die noch in Aktien investieren möchten.

Von Gottfried Urban

Die "zweite Liga" gewinnt an Attraktivität

Die deutsche Wirtschaft schrumpft: Im letzten Quartal 2012 lag das Bruttoinlandsprodukt um 0,6 Prozent unter dem Vorquartal. Was Volkswirte negativ werten, ist aber eine gute Nachricht- für alle, die noch in Aktien investieren möchten.

"Buy on bad news - kaufe bei schlechten Nachrichten", lautet eine alte Börsenregel. Über die vergangenen Jahrzehnte legten die Börsen immer dann zu, wenn zuvor Rezessionstendenzen festgestellt worden waren.

Auch diesmal dürfte die Nachricht, dass die Wirtschaftsleistung Ende 2012 zurückgegangen ist, als Kaufsignal zu interpretieren sein. Wer im Moment noch zu viel Geld in Zinspapieren geparkt hat, sollte am Aktienmarkt nachinvestieren.

Auf der Suche nach aussichtsreichen Investments sollten Anleger nicht nur auf die Dax-Konzerne schauen. Die "zweite Liga", der MDax, läuft den 30 größten Börsenunternehmen ganz klar den Rang ab. Dem MDax gehören 50 Unternehmen an, die alle langfristig das Zeug haben, in den Dax aufzusteigen.

Schon seit der Jahrtausendwende performen die sogenannten Nebenwerte deutlich besser als die Schwergewichte. Als der Dax damals bei rund 8000 Punkten stand, notierte der MDax bei gut 4000 Zählern.

Ohne viel Aufsehens hat der Index - wenn auch unter großen Schwankungen - bis heute auf 13.000 Punkte zugelegt. Der Dax mit den großen deutschen Unternehmen hat sein Allzeithoch immer noch nicht wieder erreicht.

Kapitalgarantie gewünscht? Dann keine Aktien

Was jetzt noch für die zweite Reihe der deutschen Börsenunternehmen spricht: Im MDax sind anders als im Dax nur wenige Finanzdienstleister und Banken. Stattdessen findet man hier eine sehr gesunde und solide Mischung von guten Unternehmen, von denen viele in ihrer Nische Weltmarktführer sind. Der MDax ist damit wohl einer der am besten gestreuten Indizes.

Hinzu kommt: Kleinere Unternehmen sind oft jünger, dynamischer und wachsen rascher als die ganz großen Konzerne. Zudem sind sie in der Regel flexibler und können schneller auf Marktveränderungen reagieren.

Für Kursphantasie sorgt im MDax, dass sich vor allem in dieser Größenklasse Kandidaten für die Übernahme durch größere Gesellschaften finden. Viele exportorientierte Unternehmen, gesunde Bilanzen, breite Branchenstreuung - all dies spricht für ein Engagement im MDax.

Selbst wenn es an den Märkten zunächst seitwärts gehen sollte, können wir das gut aushalten. Denn in der Zwischenzeit werden wir durch gute Dividenden belohnt.Fazit: Ein guter Fonds, der nicht nur die erste Reihe einkauft, sollte in keinem Aktiendepot fehlen.

Aber lassen Sie sich keine Garantieprodukte andrehen. Garantien waren noch nie so teuer wie aktuell. Wer die Schwankungen eines nicht abgesicherten Produkts nicht aushält, der kann Fonds mit integriertem Risikokontrollmechanismus kaufen, die gute Vermögensverwalter oder Banken kennen sollten.

Wenn Sie eine Kapitalgarantie für Ihre Investments brauchen, dann sollten Sie lieber gar nicht in Aktien investieren.

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