Ärzte Zeitung, 11.03.2013

Gute Aussichten

Kursfeuerwerk an Südeuropas Börsen

Von Athen bis Madrid sind die Aktienkurse kräftig gestiegen - und Experten erwarten, dass sich der Trend fortsetzt. Denn: Die Börsen sind noch weit von ihren ursprünglichen Kursständen entfernt.

Von Richard Haimann

Kursfeuerwerk an Südeuropas Börsen

Ein Blick nach Süden lohnt, gerade in Mailand oder Madrid steckt noch viel Potenzial in den Börsen.

© Henry Schmitt / Fotolia..com

NEU-ISENBURG. Griechenland steht derzeit für schlechte Nachrichten - aber für eine gute Börse: In den zurückliegenden acht Monaten ist der hellenische Athex-Index um rund 100 Prozent gestiegen.

Experten sehen darin erst den Beginn einer großen Aktienrallye in Südeuropa.

Der Startschuss fiel in Brüssel: Im Sommer vergangenen Jahres erklärte sich die Europäische Zentralbank bereit, mit aller Macht den Euro zu retten und Anleihen all jener Schuldenstaaten aufzukaufen, die sich unter den gemeinsamen Rettungsschirm flüchten.

Seither kennen die Kurse an der Athener Börse nur eine Richtung: nach oben. Der Athex raste seither von 471,35 Zählern auf aktuell fast 1000 Punkte in die Höhe.

"Die hohen Kursgewinne in Athen zeigen, welches Potenzial südeuropäische Aktien bergen", sagt Helmut Kurz, Fondsmanager beim Bankhaus Ellwanger & Geiger. "Sobald politische Unsicherheiten ausgeräumt sind, kehren Investoren mit Macht an die Märkte zurück."

Das lässt sich auch in Italien und Spanien beobachten. Der Mailänder MIB-Index stieg seit Juli vergangenen Jahres in der Spitze um 46 Prozent. In Madrid legte der IBEX im selben Zeitraum um 41 Prozent zu.

Wegen der Unsicherheit über den Ausgang der italienischen Wahl verlor die Börse in Madrid seit Ende Januar jedoch acht Prozent, die in Mailand sogar rund 14 Prozent.

Gute Titel gibt es nun für wenig Geld

Der Kurseinbruch werde nicht von Dauer sein, meint Folker Hellmeyer, Chefvolkswirt der Bremer Landesbank. "Für langfristig orientierte Anleger bieten die Börsen in Athen, Mailand und Madrid derzeit das beste Kurspotenzial in Europa."

Wegen der Staatsschuldenkrise hätten Investoren in den vergangenen Jahren in den drei Ländern auch Aktien von solide wirtschaftenden Unternehmen abgestoßen. "Gute Titel lassen sich dort jetzt günstig einsammeln", sagt Hellmeyer.

Trotz des Kursanstiegs sind die Börsen in Athen, Mailand und Madrid noch weit von ihren ursprünglichen Kursständen entfernt. Der griechische Athex notiert 80 Prozent tiefer als vor Beginn der Krise. Beim italienischen MIB beträgt der Abschlag 66 Prozent, beim spanischen IBEX sind es 50 Prozent.

Sollten die Börsen wieder ihre früheren Höchststände erreichen, könnten Anleger immense Gewinne einfahren. "Wenn eine um 50 Prozent gefallene Aktie wieder ihr früheres Kursniveau erreicht, verdoppelt sich ihr Wert", macht Fondsmanager

Kurz das Potenzial deutlich. Bei einem Abschlag von 80 Prozent vervierfache sich sogar der Kurs, wenn die frühere Notierung wieder erreicht wird. "Das würde einem Gewinn von 400 Prozent entsprechen", sagt der Experte.

"Bei Investments in die südeuropäischen Börsen können Anleger auf börsengehandelte Indexfonds setzen", sagt Sasa Perovic, Leiter Zertifikate- und Fondsanalyse bei der Ratingagentur Scope.

Diese im Fachjargon Exchanged Traded Funds (ETF) genannten Investmentvehikel bilden Eins zu Eins die jeweiligen Indizes nach.

"Dadurch fallen nur minimale Verwaltungsgebühren von meist deutlich weniger als einem Prozent pro Jahr an", sagt Perovic.

Sind Indexfonds wirklich besser?

Allerdings sind in den Indizes auch zahlreiche Banktitel enthalten. Insbesondere in Spanien müssen jedoch etliche Finanzinstitute um ihre Existenz bangen, weil sie in hohem Umfang ausfallgefährdete Hypothekenkredite in ihren Büchern haben.

"Anleger, die südeuropäische Banktitel meiden wollen, sollten deshalb lieber auf ausgewählte Aktien einzelner Unternehmen setzen", sagt Kurz.

Das größte Potenzial würden dabei Titel exportorientierter Konzerne bieten, da diese nicht von der Binnenkonjunktur abhängig sind.

Zu seinen Favoriten zählt Kurz die Aktie des italienischen Autoherstellers Fiat (ISIN IT0001976403), dessen Nordamerika-Geschäft seit der Übernahme von Chrysler sehr gut läuft.

"Auch das Papier der griechischen Fluggesellschaft Aegean Airlines (GRS495003006) bietet erhebliches Potenzial", sagt der Experte. Irene Himona von der Société Générale rät zudem zum Kauf des griechischen Ölkonzerns Hellenic Petroleum (GRS298343005).

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