Ärzte Zeitung, 18.03.2013

Aktien im Kommen

Gold verliert an Glanz

Viele Investoren stoßen derzeit Gold ab und investieren wieder in Aktien. Doch die unsichere Lage in den USA kann auch den Goldpreis wieder anziehen lassen. Eine Alternative können daher Aktien von Goldförderern sein.

Von Richard Haimann

Gold verliert an Glanz

In der Krise flüchteten viele Anleger in Gold, doch langsam verliert das Edelmetall seinem Glanz.

© imago

NEU-ISENBURG. Die Finanzkrise hat den Goldpreis rasant in die Höhe getrieben: Schwanken die Aktienkurse, flüchten Investoren jedes Mal in Gold.

Das war auch der Fall, als im Herbst 2008 die Kapitalmärkte taumelten und anschließend die Eurokrise ausbrach.

In der Spitze raste der Preis des Edelmetalls, in US-Dollar gerechnet, in dieser Zeit um mehr als 140 Prozent in die Höhe.

Doch inzwischen hat Gold etwas von seinem Glanz verloren. Einige Experten rechnen mit deutlichen Rückgängen.

Goldpreis fiel um zwölf Prozent

Seit Spätsommer vergangenen Jahres stützt die Europäische Zentralbank (EZB) uneingeschränkt all jene verschuldeten Mitgliedsstaaten der Währungszone, die sich unter den Rettungsschirm flüchten.

Das hat die Investoren an den Kapitalmärkten beruhigt. Sie stoßen seither Gold ab und legen sich dafür Aktien zu.

Der deutsche Aktienindex Dax und der Eurostoxx 50, der die Kursentwicklung der Aktien der 50 größten Konzerne Europas widerspiegelt, stiegen in den vergangenen acht Monaten um mehr als 30 Prozent. Hingegen fiel der Goldpreis seither um rund zwölf Prozent.

Der New Yorker SPDR Gold Trust, der größte börsennotierte Goldfonds der Welt, verzeichnete parallel dazu in den vergangenen Monaten hohe Kapitalabflüsse. Viele Analysten sehen deshalb das Ende der Goldrallye gekommen.

"Für Gold erwarten wir bei abnehmender Risikoaversion eine eher schwächere Wertentwicklung", sagt Dekabank-Ökonom Bastian Hepperle. Die Experten von Goldman Sachs prognostizieren, dass der Goldpreis dieses Jahr bis auf 1450 US-Dollar je Feinunze (31,1 Gramm) zurückgeht.

Die Analysten der DZ-Bank halten es sogar für möglich, dass der Wert des Edelmetalls bis "auf 1300 US-Dollar je Feinunze fällt, wenn sich die US-Wirtschaft weiter erholt". Dies würde einem Minus von rund 17 Prozent gegenüber der gegenwärtigen Notierung entsprechen.

Gewinne sichern

Viele Anleger, die während der Finanzkrise in das Edelmetall geflüchtet sind, überlegen deshalb, zumindest einen Teil ihres Goldbestands zu verkaufen, um sich Gewinne zu sichern. Sie würden damit dem Beispiel der Hedge-Fonds-Legende George Soros folgen.

Der Mann, der sein Vermögen in den neunziger Jahren mit erfolgreichen Spekulationen gegen das britische Pfund machte, hat die Hälfte seiner Anteile am SPDR-Fonds verkauft. Zuvor hatte Soros den rasanten Anstieg des Goldpreises als "die ultimative Blase" bezeichnet.

Dass Soros sich nicht gänzlich von Gold getrennt hat, zeigt, dass der Investmentguru einen weiteren Einbruch an den Börsen samt erneuter Flucht in das Edelmetall für möglich hält.

Für Unsicherheit sorgen unter anderem das Patt bei der Italienwahl und die durch den politischen Streit zwischen Demokraten und Republikanern erzwungenen Kürzungen im US-Haushalt.

Minengesellschaften als Alternative

Werden sich die Politiker in Washington nicht bald einig, droht sich das Wirtschaftswachstum in den Vereinigten Staaten wieder abzuschwächen.

DZ-Bank-Analyst Stefano Angioni hält es deshalb für möglich, dass der Goldpreis dieses Jahr wieder bis auf 1700 US-Dollar pro Feinunze anzieht: "Es gibt moderates Aufwärtspotenzial."

Anleger, die bislang kein Gold im Depot haben, aber einen Anstieg dessen Preises erwarten, können auch Aktien von Minengesellschaften erwerben, die den Rohstoff schürfen. Deren Börsenkurse entwickeln sich weitgehend parallel zum Goldpreis.

Doch während das Edelmetall im Depot keine Zinsen abwirft, schütten die Bergwerksgesellschaften einen Teil ihres Gewinns als Dividende an ihre Aktionäre aus. Dividendenrenditen von mehr als 2,5 Prozent bieten derzeit die Aktien der Fördergesellschaften Barrick Gold (ISIN CA0679011084) und Newmont Mining (US6516391066).

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