Ärzte Zeitung, 24.10.2013

Telefonaktion mit Finanz-Experten

Tipps zur Altersvorsorge begehrt

Die gegenwärtige Niedrigzins-Phase wirft so manche Kalkulation für die private Altersvorsorge von Ärzten durcheinander. Die Experten der Deutschen Apotheker- und Ärztebank erläuterten Anrufern bei der Telefonaktion, wie Anleger gegensteuern können.

Von Hauke Gerlof

Tipps zur Altersvorsorge begehrt

Die drei Experten der apoBank am Telefon: Heiko Hommel (v.l.), Samir Zakaria und Dirk Napierski.

© Illian

NEU-ISENBURG. Wie kann ich bei einem Anlagehorizont von 20 Jahren oder mehr sinnvoll ein Vermögen als Ergänzung zur berufsständischen Altersvorsorge aufbauen?

Immer wieder kamen unterschiedliche Aspekte dieser Frage während der Telefonaktion zum Thema Geldanlage, Vermögensaufbau und Private Banking am 22. Oktober auf.

Initiatoren der Aktion waren die Fachverlagsgruppe Springer Medizin, zu der auch die "Ärzte Zeitung" gehört, und die Deutsche Apotheker- und Ärztebank (apoBank).

Geringere Realverzinsung

Der Vermögensaufbau und die Vermögensanlage waren für Ärzte früher einfacher als heute, betonten die Private Banking Experten der apoBank, Heiko Hormel, Dirk Napierski und Samir Zakaria, als Resümee der Telefonaktion.

Früher konnten Anleger mit festverzinslichen Wertpapieren eine Rendite von fünf Prozent realisieren, nach Inflationsabzug sind häufig mehr als 2,5 Prozent Realverzinsung erreicht worden.

Das ist inzwischen anders: Die Renditen mittelfristiger Anleihen guter Emittenten liegen bei 1 bis 2 Prozent.

"Mit diesen Zinssätzen erhält man nach Abzug der Inflation maximal noch eine Realverzinsung von 0,5 Prozent. Bei einer Anlagesumme von 500.000 EUR macht dies im Jahr einen Unterschied von ca. 10.000 EUR aus", beschrieb Samir Zakaria die ganz real spürbaren Folgen der Niedrigzins-Phase.

Was also tun? Mehr sparen? Raus aus Anleihen, rein in Aktien? Wie schütze ich mich aber dann vor den höheren Risiken der Anlageklassen?

Das wollten die Anrufer von den Experten am Telefon wissen. Zum Beispiel ein 35-jähriger Freiberufler, der über 20 Jahre 500 Euro im Monat auf die Seite legen will, also insgesamt 120.000 Euro.

Breite Streuung reduziert Risiko

"Bei diesem langfristigen Anlagehorizont kann es durchaus sinnvoll sein, das Risiko einer Anlage in Aktien in Kauf zu nehmen", sagte Dirk Napierski.

"Dabei sollte man das zur Verfügung stehende Anlagekapital weltweit breit streuen - sowohl in Zinspapiere als auch in Aktien. Vermögensverwaltende Fonds, die den Aufwand für den Anleger auf ein Mindestmaß reduzieren, sind in adäquater Qualität erhältlich."

Anleger sollten sich bei der Auswahl und regelmäßigen Überprüfung dieser Produkte auf die Expertise erfahrener Fachleute stützen, empfahl Napierski weiter.

Nach einem guten Zeitpunkt für die Umschichtung von Vermögen in deutsche Aktien fragten ebenfalls einige Anrufer.

"Der Aktienmarkt ist bereits gut gelaufen, wir rechnen aber weiterhin mit einer positiven Entwicklung am Aktienmarkt", so die Einschätzung des apoBank-Experten Heiko Hormel.

Für einen Einstieg wäre es seiner Ansicht nach aber eher günstig, eine Korrektur abzuwarten oder alternativ sukzessive in den Aktienmarkt mittels Aktien oder Fonds zu investieren, etwa über einen Sparplan.

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