Ärzte Zeitung online, 30.10.2013

Telefonaktion

Diese Finanz-Tipps erhielten die Anrufer

Aktien, Anleihen, Erbschaften, Gold und Finanzdepot: Die Fragen der Anrufer bei der Telefonaktion von Deutscher Apotheker- und Ärztebank und von Springer Medizin drehten sich um viele Themen. Wir präsentieren Ihnen eine Auswahl der Fragen - und die Antworten und Tipps der Finanz-Experten.

Das rieten die Finanz-Experten den Anrufern

Die drei Experten der apoBank beantworteten die Fragen der Anrufer: Dirk Napierski (v.l.), Heiko Hommel und Samir Zakaria.

© [M] Bahr, F.: apoBank

Würden Sie derzeit noch in den deutschen Aktienmarkt investieren?

Samir Zakaria: Der deutsche Aktienmarkt ist schon recht gut gelaufen, ist aber unserer Meinung nach noch nicht überbewertet. Im Kontext guter Unternehmensdaten und einer expansiven Geldpolitik sehen wir beim Dax ein Kursziel von 9500 Punkten. Dennoch sollte man bei der Einzeltitelauswahl aktuell sehr selektiv vorgehen. Potenzial könnten die Bereiche Telekommunikation, Versorger und Banken bieten.

Die Aktien sind in den vergangenen Monaten auf Höchstkurse gestiegen. Ich selbst bin im Rentenalter, möchte aber gerne von diesem Aufschwung profitieren. Was muss ich tun?

Heiko Hormel: Generell lässt sich sagen, dass Aktien eher etwas für einen längeren Anlagehorizont sind. Das heißt aber nicht, dass ältere Menschen keine Aktien kaufen sollten. Grundsätzlich sollten Sie zuerst überlegen, für welchen Zeitraum Sie anlegen möchten und welches Risiko Sie bereit sind einzugehen. Im Augenblick sind wir in einer weit fortgeschrittenen Hausse. Daher sollten Sie nicht alles Geld auf einmal investieren, sondern lieber sukzessive in Aktien beziehungsweise Aktienfonds anlegen - etwa über einen Sparplan. Dadurch nutzen Sie den Cost-Average-Effekt, das heißt, wenn die Kurse niedriger liegen, kaufen Sie bei gleichem Geldeinsatz mehr Anteile, bei hohen Kursen weniger Anteile.

Gibt es neben dem deutschen Markt weitere interessante Aktienmärkte?

Zakaria: Viele deutsche Privatanleger unterliegen dem sogenannten Home-Bias - das heißt, dass deutsche Unternehmen im Portfolio deutlich übergewichtet sind. Eine internationale Diversifikation ist unter Gesichtspunkten der Risikostreuung unbedingt zu empfehlen. Besonders interessant sind zurzeit Anlagen im restlichen Europa und Japan. Sollte die Fed, die US-Notenbank, ihre Ankündigungen wahr machen und den Anleihenankauf stark reduzieren, dürfte aufgrund eines dann stärker werdenden Dollars viel Kapital in die USA zurück fließen. In diesem Fall könnte auch der US-Aktienmarkt profitieren.

Ich habe seit 2009 einige Titel mit hoher Dividendenrendite im Depot, die seitdem auch ziemlich stark gestiegen sind. Sollte ich jetzt Gewinne realisieren oder weiter die Dividende kassieren?

Dirk Napierski: Nicht jeder Dividendentitel ist eine sichere Bank. Entscheidend für die Prognose sind Fragen wie: Wie hoch sind die Gewinne eines Unternehmens, und wie stabil ist der Gewinntrend? Nimmt das Unternehmen tatsächlich "Cash Flows" ein, oder besteht der Gewinn eher aus bilanziellen Buchgewinnen? Unternehmen, die nahezu den gesamten Gewinn ausschütten, sind anfällig für Dividendenkürzungen und investieren wenig in ihre Zukunft. Daher gilt: Überprüfen Sie regelmäßig Ihr Depot. Das ist gerade jetzt wichtig, da die Kurse stark gestiegen sind.

Was halten Sie von der Dividendenstrategie?

Zakaria: Diese Strategie, bei der man auf dividendenstarke Titel setzt, ist insbesondere für langfristig orientierte Anleger geeignet. Doch auch mit Blick auf die volatilen Märkte kann es sinnvoll sein, dividendenstarke Aktien ins Portfolio zu nehmen. Denn mit der Dividendenzahlung lassen sich Kursrückgänge teilweise kompensieren. Das Potenzial dieser Aktien lässt sich gut anhand einer Barwertermittlung erkennen. Dabei diskontiert man die künftig voraussichtlich anfallenden Dividendenzahlungen ab und erhält so den Barwert der künftigen Dividenden. Liegt dieser so genannte faire Wert über dem aktuellen Kurs der Aktie, ist sie unterbewertet.

Ich suche nach einer ökologisch orientierten Anlage von 40.000 Euro. In welche Richtung könnte ich gehen?

Napierski: Es gibt ökologisch orientierte Unternehmen, in die man über Aktien oder Anleihen investieren kann. Diese Unternehmen werden auch als nachhaltig bezeichnet, da sie auf ökologische, soziale und ethische Punkte achten. In puncto Ökologie ist ein Aspekt vor allem der verantwortungsvolle Umgang mit begrenzten Ressourcen wie etwa Rohstoffen. Es gibt spezielle Indizes, in denen Aktien von besonders nachhaltig ausgerichteten Unternehmen vertreten sind. Hieran kann man sich im ersten Schritt orientieren. Zu den bekanntesten Nachhaltigkeitsindizes zählen der Dow Jones Euro Stoxx Sustainability und der FTSE 4 Good. Um ein Einzelwertrisiko zu vermeiden, kann man alternativ in Fonds investieren, die diese Titel beinhalten.

Wie kann ich 30.000 Euro konservativ anlegen?

Zakaria: Aufgrund der niedrigen Zinsen lässt sich mit Festgeldern oder Staatsanleihen kaum eine attraktive Rendite erzielen. Umso wichtiger ist es, das Vermögen über verschiedene Anlageklassen - also Anleihen, Aktien, Immobilien, Rohstoffe - zu streuen. Bei der Allokation sollte man bei Anleihen eine Zinswende einkalkulieren. Zwar werden die Zinsen im kurz- und mittelfristigen Bereich noch lange auf niedrigem Niveau bleiben, im langfristigen steigen sie aber langsam an. Das kann vor allem für langfristige Anleihen größere Kursverluste mit sich bringen.

Rückfrage: Bringt eine Anlage in Aktien nicht zu viel Risiko mit sich?

Zakaria: Der portfoliotheoretische Ansatz von Nobelpreisträger Markowitz zeigt, dass eine Beimischung von 20 Prozent Aktien nicht nur die Rendite erhöht, sondern auch das Gesamtportfoliorisiko senkt. Hintergrund ist, dass Aktien und Anleihen normalerweise wenig korrelieren: Wenn Aktien steigen, fallen in der Tendenz Anleihen, und umgekehrt.

Ich bin zu 100 Prozent in Geldmarktfonds investiert und mit der Rendite nicht mehr glücklich. Nun würde ich gerne einen Teil in Aktien anlegen. Wann könnte ein günstiger Einstiegspunkt sein?

Hormel: Zu klären ist, für welchen Zeitraum Sie investieren wollen, welches Risiko Sie eingehen möchten und welche Renditeerwartung Sie haben. Davon hängt ab, welche Aktien und welche Strategie für Sie passend wären. Wichtig ist auch ein gutes Risikomanagement, etwa durch Stop- Loss-Limits. Dabei werden die Werte automatisch verkauft, wenn der Kurs unter ein bestimmtes Niveau fällt.

Und wie sieht es mit den Risiken bei Rohstoffen aus?

Zakaria: Das gleiche wie bei der Beimischung von Aktien, gilt auch für Rohstoffe, hier insbesondere für Gold. Gold kann ein stabilisierender Faktor im Depot sein. Das liegt vor allem daran, dass Gold sich relativ unabhängig von den anderen Anlageklassen entwickelt. Eine Beimischung von 10 Prozent zum Anlagevermögen ist durchaus sinnvoll, sollte jedoch im Rahmen der Gesamtaufteilung individuell mit Ihrem Berater besprochen werden.

Ist die Übertragung eines Wertpapierfonds aus der Schweiz im Rahmen einer Erbschaft möglich? Was ist dabei zu bedenken? Existieren Stolpersteine?

Napierski: Zuerst sollte mit der Schweizer Bank abgeklärt werden, welche Kosten für die Verwaltung und Verwahrung vor Ort anfallen und welche Kosten für die Übertragung zu veranschlagen sind. Stellen Sie sicher, dass Ihr deutsches Geldinstitut die ursprünglichen Einstandskurse für den Wertpapierfonds erfährt und bei einem späteren Verkauf zu Grunde legt. Anderenfalls drohen steuerliche Nachteile. In diesem Fall wäre eine Veräußerung in der Schweiz mit anschließender Übertragung des Erlöses sinnvoller. Vergessen Sie nicht zu prüfen, ob Anlagepolitik, Kosten und Qualität des Fonds zu Ihren eigenen Anlagepräferenzen passen.

Soll ich E.ON auf dem jetzigen Niveau mit einem hohen Verlust verkaufen und in andere Werte investieren?

Zakaria: Das richtige Timing lässt sich nur im persönlichen Beratungsgespräch klären. Dennoch ist es richtig, sich mit der Frage auseinanderzusetzen. Denn viele Anleger lassen Verluste zu lange laufen oder realisieren Gewinne zu schnell. Es handelt sich hierbei um das Phänomen der Verlustaversion.

Besser ist es, rational und anhand der Perspektiven der Aktie zu entscheiden: Wenn Sie den Wert nicht im Portfolio hätten, würden Sie ihn heute kaufen? Wenn Ja, sollten Sie das Papier halten.

Kann es sinnvoll sein, in Werte aus dem Healthcare-Sektor zu investieren?

Hormel: Die Gesundheitsbranche ist ein Wachstumsmarkt und bietet mit Blick auf die konjunkturelle und demografische Entwicklung recht gute Perspektiven. Je nach Ihren Präferenzen beim Risiko können Sie sich für Wachstumswerte innovativer Start-Up-Unternehmen oder für Standardwerte entscheiden.

Vor drei Jahren habe ich eine Summe von ca. 65.000 Euro in Renten-Indexfonds "iShares eb.rexx Gov.Germany" mit unterschiedlichen Laufzeiten angelegt. Ca. 50 Prozent in die Variante mit einer Restlaufzeit (RLZ) von 5,5 bis 10,5 Jahren, ca. 20 Prozent mit einer RLZ von 10,5 Jahren und länger sowie ca. 30 Prozent mit einer RLZ von 1,5 bis 10,5 Jahren. In dieser Zeit sind Ausschüttungen von ca. 6000 Euro angefallen, die ich wieder reinvestiert habe. Bei jetzt ansteigenden Zinsen könnten Kursverluste der ETF aufgelaufene Gewinne neutralisieren bzw. negativieren. Ist es ratsam, die Fonds bei einem Renditeanstieg der Zinsen über 2 Prozent (aktuell ca. 1,9 Prozent) zu verkaufen? Welche Alternativen würden sich bieten? Auf dem jetzigen Niveau würde ich von einem Aktienkauf absehen. Ich bin 63 Jahre alt.

Zakaria: Bei steigenden Leitzinsen wären insbesondere lang laufende Anleihen betroffen, das heißt, ihre Kurse würden besonders stark sinken. Daher spricht einiges dafür, die Langläufer zu verkaufen.

Ansonsten könnten dann drohende Kursverluste tatsächlich dazu führen, dass die Gewinne aus den Ausschüttungen wieder aufgezehrt werden. Alternativen könnten Aktienanleihen oder Bonuszertifikate sein. Dies kann am besten in einem persönlichen Gespräch mit Ihrem Anlageberater eruiert werden.

Gibt es noch empfehlenswerte Staatsanleihen?

Zakaria: In den bonitätsstarken Industrieländern sind die Renditen historisch niedrig - und bei einer Zinswende besteht die Gefahr eines Kursrückschlages. In Deutschland erwarten wir in den nächsten Jahren leicht steigende Zinsen bei lang laufenden Anleihen, daher sind deutsche Staatsanleihen derzeit nicht ohne Kursrisiko.

Eine Option wäre es zu überlegen, inwieweit Sie - falls Sie denn bei Anleihen bleiben wollen - international diversifizieren wollen, das heißt, Papiere anderer Staaten kaufen wollen, etwa von Schwellenländern.

Hierbei ist natürlich auch das Rating des jeweiligen Landes zu beachten. Welche für Sie passen könnten, sollten Sie mit einem Anlageberater in Ruhe besprechen.

In welche Aktienwerte in Deutschland lohnt es sich aktuell noch, zu investieren?

Zakaria: Auf dem jetzigen Niveau sollte man bei der Einzeltitelauswahl sehr selektiv vorgehen. Branchen wie die Telekommunikation, der Energieversorger- und der Bankenbereich könnten Potenzial bieten - allerdings sollte man sich bei der Neuanlage in Einzelwerten unbedingt Gedanken über das Risikomanagement machen.

Eine Möglichkeit ist die Absicherung des Portfolios durch so genannte Stop-Loss-Limits. Das heißt, sobald die Kurse unter ein vorher gesetztes Niveau fallen, werden die Werte automatisch verkauft. Das begrenzt die Verluste und diszipliniert den Anleger, Verluste nicht zu lange "laufen" zu lassen.

Ich habe eine aktuell fällige Lebensversicherung, zudem will ich meine Praxis in zwei Jahren abgeben. Die Zinsen sind schon seit längerem niedrig, die Aktien stehen auf Höchstständen - was tun?

Napierski: Betrachten Sie Ihre Situation ganzheitlich, statt nur auf die fällige Lebensversicherung zu schauen. Denn es spielen mehrere Faktoren eine wichtige Rolle, zum Beispiel: Welches Einkommen benötigen Sie im Ruhestand, wie hoch sind nachhaltige Einnahmen aus Versorgungswerk, Rentenversicherung, Mieten etc.? Besteht ein Delta im Vergleich zu Ihrem aktuellen Einkommen, das zu schließen ist? Wie groß ist dieses Delta? Wie hoch ist das liquide Vermögen? Welche Mittel werden als Liquiditätsreserve benötigt? Welche Mittel stehen zur Verfügung, um Ihre Ruhestandsfinanzierung zu ergänzen?

Erst wenn diese Fragen beantwortet sind, lässt sich sagen, welche Rendite Sie benötigen, um Ihre Ziele zu erreichen. Erörtern Sie mit Ihrem Berater, ob dieses Renditeziel realistisch ist, welche Risiken damit einhergehen und ob diese für Sie vertretbar sind.

Mein Anlageberater hat vor kurzem von einem "magischen Dreieck" bei der Geldanlage gesprochen, dies aber nicht erklärt. Was kann ich darunter verstehen?

Hormel: Bei der Anlage bewegen Sie sich immer innerhalb des magischen Dreiecks der untereinander konkurrierenden Anlageziele Rentabilität, Sicherheit und Liquidität (das heißt: Verfügbarkeit der angelegten Gelder für den Anleger). Konkret bedeutet das, dass eine hohe Liquidität nicht mit einer hohen Rendite einhergeht und eine hohe Sicherheit nicht mit einer renditestarken Anlage verbunden werden kann.

Je nach Ihren Bedürfnissen - wann brauchen Sie das Geld, welche Kursschwankungen sind für Sie tolerierbar, welche Rendite brauchen Sie, um ein bestimmtes Anlageziel zu erreichen - werden Sie diese Ziele bei Ihren Anlageentscheidungen unterschiedlich gewichten.

In der Praxis hat es sich bewährt, z.B. unterschiedliche "Laufzeit-Körbe" zu bilden und diese gemäß den Anlegerpräferenzen zu gewichten. Der kurzfristige Korb (unter einem Jahr) sollte den Fokus auf die Verfügbarkeit der Anlagen (z.B. Tagesgeld) legen und stets so ausgerichtet sein, dass auch kurzfristige unvorhergesehene Ausgaben abgedeckt sind.

Im mittelfristigen Bereich (1 bis 5 Jahre) sollte ein Ausgleich zwischen notwendiger Sicherheit und maximalem Ertrag erreicht werden, wohingegen im langfristigen Bereich (größer 5 Jahre) durchaus das Thema Rendite in den Vordergrund gestellt werden kann.

Bei mir steht eine Umschichtung von Vermögen an. Wie sollte ich das Geld auf Aktien und Anleihen verteilen?

Hormel: Der Aktienmarkt ist bereits gut gelaufen, der Dax befindet sich momentan auf einem Allzeithoch. Grundsätzlich rechnen wir aber weiterhin mit einer positiven Entwicklung.

Aufgrund der hohen Schwankungen im Aktienbereich ist es sinnvoll, sukzessive in den Markt mittels Aktien oder Fonds zu investieren, etwa über einen Sparplan. Im Anleihensektor (festverzinsliche Wertpapiere) sind die Renditen zurzeit - abhängig von der Bonität des Emittenten - historisch niedrig.

Eine genaue Aufteilung Ihres Vermögens auf die Anlageklassen Aktien und Anleihen kann allerdings nur unter Berücksichtigung Ihrer individuellen Situation, insbesondere Ihres Anlagehorizonts und Ihrer Risikobereitschaft, vorgenommen werden. Bitte sprechen Sie hierzu mit Ihrem Anlageberater.

Ich bin 83 Jahre alt, meine Frau ist wesentlich jünger. Das vorhandene liquide Vermögen verzinst sich auf einem Bankkonto mit weniger als einem Prozent. Eine Vermögensanlage sollte einerseits langfristig der Absicherung meiner Frau dienen, andererseits möchten wir daraus aber auch unseren Lebensunterhalt absichern. Vor vielen Jahren habe ich mit Aktien sehr schlechte Erfahrungen gemacht und hohe Verluste erlitten, daher scheue ich das Risiko. Was können wir tun?

Napierski: Ihre Herausforderung ist, zwei konkurrierende Ziele mit einem Geldbetrag zu verfolgen. Lösen ließe sich das, indem Sie Ihr Kapital in zwei Teilbeträge aufteilen. Diese würden dann jeweils einem Anlageziel dienen und würden dementsprechend unterschiedlich investiert.

Die passenden Anlagestrategien entwickeln Sie am besten gemeinsam mit einem Anlageberater. Wichtig ist, die Strategien regelmäßig zu überprüfen. Wenn Sie sich mit Verwaltung des Vermögens nicht regelmäßig auseinandersetzen möchten, kann es auch sinnvoll sein, die Leistungen einer Vermögensverwaltung in Anspruch zu nehmen.

Hierbei wird zunächst im persönlichen Gespräch eine Anlagestrategie entwickelt und festgelegt. Die konkreten Anlageentscheidungen übernehmen dann die Experten für Sie.

Wenn Anleihen und Festgeld in Deutschland derzeit wenig Rendite bringen: Sind Immobilien als sichere Anlage dann nicht eine gute Alternative? Auf der anderen Seite: Auch hier sind die Preise jedenfalls in Deutschland schon kräftig gestiegen...

Zakaria: Immobilien sollten immer vor dem Hintergrund betrachtet werden, wie viele Immobilienobjekte schon im Gesamtvermögen eines Anlegers vorhanden sind. Viele Deutsche haben schon so stark über Direktanlagen im Immobilienbereich investiert - vor allem ins Eigenheim - dass eine Beimischung zum Beispiel von Immobilienfonds zum liquiden Vermögen wenig Sinn macht.

Ist der Kauf von Gold mittel- bis langfristig zu empfehlen?

Hormel: Im Jahresvergleich ist der Kurs von Gold stark gesunken. Die mittel- bis langfristige Entwicklung ist schwer zu prognostizieren, in der Tendenz erwarten wir für die nächsten sechs bis zwölf Monate jedoch eher leicht zurückgehende Kurse.

Generell lässt sich sagen, dass die Beimischung von Gold ein Depot tendenziell stabilisiert, weil die Entwicklung des Goldkurses in der Regel nicht parallel zu den anderen Anlageformen verläuft.

Als alleiniger Baustein im Anlagevermögen ist Gold nicht zu empfehlen, da das dann entstehende Klumpenrisiko zu hohen Wertschwankungen führen kann. Grundsätzlich gibt es die Möglichkeit, direkt und indirekt in Gold zu investieren. Wenn Sie in einen ETF investieren, achten Sie darauf, dass Gold tatsächlich physisch hinterlegt ist.

Ich habe bereits einiges Geld in Gold und Silber gesteckt. Sind wir bei Edelmetallen derzeit auf einem Kursniveau, dass ich jetzt nachkaufen sollte?

Napierski: Für Anleger, die bereits in Edelmetallen investiert sind, kann es sinnvoll sein, mit Zukäufen abzuwarten, da wir in den kommenden sechs bis zwölf Monaten niedrigere Kurse für realistisch halten. Die Entscheidung Silber versus Gold kann unter anderem an der relativen Entwicklung der beiden Metalle zueinander fest gemacht werden.

Hat sich z.B. die Rendite von Gold über einen längeren Zeitraum besser entwickelt, als die von Silber, dann kann ein Investment in Silber ins Auge gefasst werden. Hintergrund ist, dass die Wertentwicklung beider Metalle langfristig korreliert.

Topics
Schlagworte
Finanzen/Steuern (10401)
Organisationen
Dow Jones (72)
[31.10.2013, 14:19:34]
Hauke Gerlof 
Hinweis der Redaktion zum Leserbrief
Sehr geehrter Herr Barabasch,

die Experten geben durchaus konkrete Hinweise, in welche Richtung ein Anleger gehen kann bzw. welche Aspekte er bei der Entscheidungsfindung berücksichtigen sollte.
Ohne eine genaue Beschreibung der Anleger-Präferenzen und der persönlichen Situation dürfen Anlageberater jedoch keine definitiven Empfehlungen aussprechen. Dies ist rechtlich untersagt und wäre auch dem Anrufer gegenüber unseriös.
Insofern sind Antworten bei einer Telefonaktion immer als grobe Entscheidungshilfen und Unterstützung zur Vorbereitung eines Gespräches mit dem Anlageberater zu sehen - mehr dürfen sie gar nicht sein.
Hier verhält es sich ähnlich wie bei Ärzten, die ihre Patienten gemäß Berufsordnung ebenfalls nicht ausschließlich am Telefon beraten dürfen.
Herzliche Grüße
Hauke Gerlof
Ressortleiter Wirtschaft, Ärzte Zeitung zum Beitrag »
[30.10.2013, 10:02:06]
Dr. Richard Barabasch 
Die "Drokters" und die "FInanztippExperten"
Zunächst gebührt der Redaktion großen Dank für diese Aktion ! . . . und wenn es nur deswegen wäre, um er-leben, spüren zu lassen, welche Welten hier aufeianderprallen ! So viele tatsächlich gute und offene, ehrliche Fragen von Kolleginnen und Kollegen - und welche Armseligkeit an durchweg inkonkreten und unpräzisen Antworten, durchweg mit dem Tenor: "das muss der Anlageberater in einem persönlichen Beratungsgespräch" klären (und dabei seinen eigenen provisonären Vorteil ausloten). Also e i n Mensch rät einem anderen und e i n a n d e r e r Mensch (als "Anlageberater")rät dem gleichen Frager auch nur s e i n e n individuellen persönlichen Anlageberater-Rat. Ja und wie steht's denn da (in dieser Branche der "Anlageberater") mit evidence-nased ??? Da werden munter Fragezeichen "beraten", Rat-Losigkeit verkauft und Spekulationen auf Visionen verkauft - provisionsabhängig und in diesem Wort steckt das Verräterische: "Visionen" . . . . Kein Wunder, dass "die Dokters" aus ihrer Sozialisation heraus ("tue recht und schade niemandem") im Kurzschluss "was ich selber denk und tu, trau' ich andern zu" mit selbsternannten "Anlegeberatern" nicht auf einen grünen Zweig kommen und nie ebm-mäßig beraten sind zum einen; und zum anderen: wenn sie sich selber mit sich beraten nur Fragezeichen vorfinden, statt medizinische (ebm-)Lösungen anzutreffen und nie miteinander auf den gewünschten grünen Zweig kommen (hönen)- es sei denn, man/frau als Ärztin/Arzt hat seinen Mut zur eigenen Entscheidung für (s)ein Schicksal. Hier wird "der Dokter" zum Patienten und erlebt, wie nonsenshaft Kaffeesatzlesen ist (besonders in diesen unzuverlässigen Zeiten, wie heute) und wie schlimm die Rolle des Patienten ist, wenn er nicht ebm-mäßig korrekt recht und "schade niemendem" beraten wird/werden kann,
meint
Richard Barabasch zum Beitrag »

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