Ärzte Zeitung online, 20.11.2013

Anlagen-Kolumne

Flexibilität zahlt sich für Anleger aus

Von Jens Ehrhardt

Flexibilität zahlt sich für Anleger aus

Auch wenn viele Punkte für Investments in Aktien sprechen (insbesondere die relative Attraktivität gegenüber Anleihen) und alle Welt von Anlagenotstand spricht, sollte man sich - trotz der Freude über neue Hochkurse - einen objektiven Blick bewahren und flexibel bleiben.

Stimmungsindikatoren liefern zwar an Tiefpunkten bessere Signale als an Hochpunkten, und Trends laufen oft länger als man glaubt, aber die Wahrscheinlichkeit für Korrekturen ist inzwischen deutlich gestiegen, zumal die übliche Saisonalität mit einem schwachen Oktober ausgeblieben ist.

Die US-Börsenkredite sind etwa heute in absoluten Zahlen höher als in den Jahren 2000 und 2007, und auch der relative Depotanteil ist auf Rekordniveau. Die Anzahl der Börsengänge nimmt schon wieder (auch in Deutschland) deutlich Fahrt auf, darunter auch solche, die viele Milliarden Dollar Anlegergelder binden.

Wie an früheren Hochpunkten, steht das globale Konsumentenvertrauen über den Niveaus von 2000 und 2007. Die Anfang des Jahres beschriebene Tendenz zur großen Rotation (raus aus Anleihen und rein in Aktien) hat zu starken Mittelzuflüssen bei Aktienfonds geführt, deren Momentum verglichen mit der Vergangenheit so stark ist, dass eine zu erwartende Rückkehr zum historischen Mittel bevorstehen könnte und damit die Aktiennachfrage reduziert.

Hohe Bewertungsniveaus an den Märkten

Auch die Barquoten der Publikumsfonds geben wenig Spielraum, denn der Performancedruck "zwingt" die Fondsmanager in steigenden Märkten zu hohen Investitionsquoten, um den Anschluss nicht zu verlieren.

Gleiches zeigt sich beim Blick auf die Geldmarktfondsbestände, die auf dem 2007er Niveau angelangt sind. Lag der Anteil in der Krise 2009 zwischenzeitlich bei 47 Prozent aller Fondsvermögen, sind es heute nur noch 13,2 Prozent.

Das ist natürlich auch Spiegel der niedrigen Zinsen. Die Frage ist, ob die hohen Investitionsquoten der Fondsmanager in den USA, aber auch in Deutschland, zu Bewertungen geführt hat, die übertrieben sind? Die relative Bewertung zu Anleihen ist weiter günstig.

Diese Argumentation ist aber nur haltbar, wenn die Renditen der Anleihen für Jahre niedrig bleiben. Vergleicht man Aktien, sind US-Aktien teurer als europäische, was zuletzt auch dazu führte, dass sich Anleger auf hiesige Titel rückbesonnen haben. Das zeigt die Gewichtung in den Portfolios.

Historisch gesehen haben die Märkte Bewertungsniveaus erreicht, die als hoch bezeichnet werden können. Exessive Übertreibungen sind jedoch noch nicht erreicht.

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