Ärzte Zeitung App, 22.01.2014

Anlagen-Kolumne

Pharma-Kauflaune bietet Chancen

Die großen Pharmakonzerne kaufen seit einigen Jahren branchenintern im großen Stil Nischenunternehmen ein. Aufmerksame Investoren können von der Kauflust profitieren.

Von Hanno Kühn

Pharma-Kauflaune bietet Chancen

Vor etwa zehn Jahren mussten die großen Pharmakonzerne einsehen, dass stetiges hohes Wachstum selbst in ihrer Branche kein Automatismus ist. Fortan versuchten sie, sinkende Wachstumsraten durch Akquisitionen wettzumachen.

Und so geschah, was in solchen Marktsituationen meist geschieht: Die Übernahmekandidaten wurden auch für Anleger interessanter, entsprechend stiegen die Kurse ihrer Aktien. Das galt vor allem für Biotech- und Life-Science-Unternehmen.

Von 2008 bis 2011 gab es pro Jahr rund 45 Übernahmen allein in der Biotech-Branche, darunter vermehrt Großakquisitionen mit einem Übernahmepreis von mehr als einer Milliarde US-Dollar.

Der bis dato größte Coup gelang Roche 2009, als es auch die letzten 40 Prozent von Genentech akquirierte: Mit 47 Milliarden Dollar füllte Roche die Kassen der Anleger.

Appetit wird eher noch größer werden

In den vergangenen Jahren sind jedoch nicht nur die Aktienkurse in den genannten Branchen gestiegen, sondern es gelten auch strengere Bewertungsmaßstäbe. In jüngster Zeit greifen die Großeinkäufer deshalb etwas zögerlicher in die Regale der Branche.

Wir sehen dennoch nicht, dass sich der Appetit der Pharmaunternehmen verringert hätte. Schließlich fallen die Wachstumsraten im traditionellen Pharmageschäft nach wie vor vergleichsweise niedrig aus. Der Appetit wird sogar eher noch größer werden - wegen der geringen Verschuldung der Konzerne und ihrer hohen Kaufkraft.

Denn dank Niedrigzinsphase werden Neuverschuldungen für sie günstiger und mögliche Akquisitionen rentabler als zu Normalzinszeiten.

Die Kauflust dürfte in der Pharmabranche also anhalten und dem Kapitalmarkt weitere Übernahmen und somit hohe Kursaufschläge bei Biotech- und Life-Science-Unternehmen bescheren.

Um hiervon zu profitierten sollten selektiv investierende Anleger die entsprechenden Unternehmensanteile auch in ihren persönlichen Einkaufskorb, sprich ihr Portfolio, legen.

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