Ärzte Zeitung, 23.06.2014

Anlagen-Kolumne

Aktien - das kleinere Übel

Momentan stürzen sich Anleger vor allem auf Immobilien. Dabei steht man mit Aktien noch besser dar - es gilt, günstige und wenig beliebte Nischen zu finden.

Antizyklische Länder und Sektoren

Jens Ehrhardt

Wirklich günstige Aktien sind kaum noch zu finden. Im Durchschnitt sind die Bewertungen inzwischen höher als im Mittel der vergangenen Jahre. Fundamentale Überbewertung ist aber selten ein Grund für einen Abschwung.

Steigende Zinsen wären ein Anlass, aber die sind nach wie vor nicht in Sicht. Im derzeitigen Niedrigzinsumfeld sind Anleihen deutlich teurer als Aktien und damit keine Alternative. Eine Rendite von zwei Prozent für eine Staatsanleihe entspricht einem KGV von 50. Das aktuelle Dax-KGV beträgt dagegen "nur" 18,6.

Auch Immobilien in guten Lagen sind teuer und oft mit KGVen (Kaufpreis/Jahresmiete) von 30 bewertet. Aktieninvestments stellen damit immer noch das geringere Übel dar.

Sowohl auf Länder-, als auch auf Sektorebene lassen sich noch immer Chancen nutzen. Idealerweise sucht man nach weniger beliebten und vergleichsweise günstig bewerteten Nischen: aktuell zum Beispiel Aktien des Öl & Gas-Sektors, die in vielen Ländern günstig und zudem kaum gemocht sind, wie Umfragen zeigen.

Industriewerte sind in vielen Portfolios

Auch deutsche- und europäische Versorger zeigen diese Charakteristik. Ganz anders dagegen internationale Industriewerte: Die sind nicht nur hoch bewertet, sondern auch in vielen Portfolios stark vertreten.

Momentan am unbeliebtesten ist der Rohstoffsektor. Hier bieten sich Chancen, wenn sich die negative Erwartungshaltung zur chinesischen Konjunktur relativiert.

Zuletzt gab es viele Enttäuschungen aus China. In der Regel führt das zu einer Reduzierung der Schätzungen, was dann wieder positive Überraschungen ermöglicht.

Auch aus Ländersicht sollten Anleger daher die BRIC-Staaten in Erwägung ziehen. Diese hatten ihre Hochphase vor sieben Jahren und entwickeln sich seit fünf Jahren signifikant schlechter als der Gesamtmarkt.

Inzwischen erklimmen aber sowohl die Bewertungen als auch die Gewichtung in den Portfolios wieder konstruktive Niveaus.

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