Ärzte Zeitung App, 30.10.2014

Weltspartag

Jeder dritte Sparer fürchtet Falschberatung

Viele Deutsche sind Sparer. Was sie bei der Geldanlage umtreibt, ist vor allem die Sorge um Beratung und Rendite.

NEU-ISENBURG. Die Zinsen befinden sich aktuell im Keller, trotzdem sparen die Deutschen auf weltmeisterlichem Niveau. 78 Prozent legen hierzulande regelmäßig Geld auf die hohe Kante. Etwa für finanzielle Notfälle, Anschaffungen oder die Altersvorsorge. Das zeigt eine forsa-Studie im Auftrag des Direktversicherers CosmosDirekt an der rund 2000 Bundesbürger teilgenommen haben.

Deutlich wird in der Studie vor allem eines: Hoch im Kurs der Sparer stehen vor allem risikoarme Geldanlageprodukte. Nur etwa 28 Prozent der Studienteilnehmer gaben an, beim Sparen auch mal ein Risiko einzugehen.

Ursache der Zurückhaltung ist nicht nur die angespannte Lage auf den Finanzmärkten, wie eine andere Studie zeigt.

Besonders misstrauisch sind Selbstständige

Jeder Dritte befürchtet, er könne beim Anlegen des Ersparten falsch beraten werden. Besonders Selbstständigen ist es bang - fast jeder Zweite unter ihnen fürchtet Falschberatung. Das haben Experten der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) in einer repräsentativen Studie festgestellt, in der 1000 Bundesbürger befragt wurden.

"Bei den Selbstständigen könnte es damit zusammenhängen, dass sie mehr als Angestellte selber vorsorgen müssen und bei Fehlern mehr darunter leiden würden", kommentiert Uwe Lange von der AVL Finanzvermittlung, in deren Auftrag die Studie erstellt wurde.

Nach der Falschberatung treibt die Umfrageteilnehmer aktuell vor allem das Thema Zinsen und Rendite um.

Speziell ältere Sparer seien von Zinssorgen geplagt, so die Studienautoren. Rund 36 Prozent der 60- bis 69-jährigen Umfrageteilnehmer sagten, dass ihnen dies Sorge bereite.

Noch größer ist der Anteil bei den über 70-Jährigen (mehr als 38 Prozent). Eine Erklärung dafür sei, dass sich geringere Zinsen bei ihnen direkt auf das verfügbare Einkommen auswirke - etwa bei weniger Rendite aus Renten- oder Lebensversicherungen als zuvor kalkuliert. (mh)

Topics
Schlagworte
Finanzen/Steuern (10398)
Organisationen
GfK (182)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Medikamente auch einmal beherzt absetzen!

Viele Ärzte scheuen sich, Medikamente abzusetzen - obwohl sie wissen, dass dies Patienten oft hilft. Neuseeländische Wissenschaftler haben zwei paradoxe Gründe dafür gefunden. mehr »

Geht's auch etwas modischer in der Klinik?

Unsere Bloggerin Dr. Jessica Eismann-Schweimler hat Verständnis für die Klinik-Kleidungsvorschriften. Doch mit ein klein wenig Fantasie könnte man auch den unvermeidlichen Kasack hübscher gestalten, meint sie. mehr »

Sport im Alter schützt vielleicht vor Demenz

Dass Sport nicht Mord bedeutet, wissen Forscher schon lange. Jetzt haben Alters- und Sportwissenschaftler messen können, wie Sport das Gehirn im Alter verändert. Dient Fitness als Demenzprävention? mehr »