Ärzte Zeitung, 03.11.2014

Anlagen-Kolumne

In der Ruhe liegt derzeit die Kraft

Von Dr. Jens Ehrhardt

In der Ruhe liegt derzeit die Kraft

Nachdem es vor zwei Wochen an den Börsen Einstiegssignale gab, konnten sich die Indizes erheblich verbessern und einen großen Teil ihrer Verluste wieder aufholen. Nach solchen schnellen Bewegungen stellt sich die Frage, ob die Investoren auch diese Situation wieder als "Buy the dips"-Gelegenheit - das heißt immer bei Rückschlägen zu kaufen in der Erwartung, dass der Aufwärtstrend anhält - interpretieren und Anschlusskäufe folgen.

Die jüngste Korrektur war durchaus stärker als die vorangegangenen und hat damit auch wichtige Aufwärtstrends gebrochen. In Deutschland wurde auch die 200-Tage-Linie des Dax unterschritten, was häufig ein gutes Verkaufssignal war.

Wichtiger sind aber die Signale, welche die Konjunkturindikatoren liefern. Ob harte Daten wie die Industrieproduktion und Auftragseingänge, die zuletzt rückläufig waren, oder auch Umfrageindikatoren in der Wirtschaft, wie der wichtige ifo-Index, der zum sechsten Mal in Folge fiel, all diese Zahlen lassen an der Aufwärtsbewegung zweifeln.

Denn auch das Geldmengenwachstum von M1 (Bargeld und Sichteinlagen) ist seit einigen Monaten eingetrübt. Hier bleibt es spannend zu beobachten, wie sich das verändern wird, wenn die EZB in stärkerem Maße Wertpapierkäufe umsetzt.

Für die Gewinnentwicklung und die Aktienkurse ist die Geldmengenentwicklung in der Vergangenheit ein guter Vorlaufindikator gewesen. Denn: Steigt das kurzfristig verfügbare Geldvolumen bei den Nichtbanken an, steht es auch für Aktienkäufe zur Verfügung.

Insgesamt sind auch die Konjunkturindikatoren in den USA noch besser als hierzulande.

Fazit: Private Anleger, die den Kaufzeitpunkt im Marktrückgang vor zwei Wochen verpasst haben, sollten eher abwarten, denn das Chance-Risiko-Verhältnis hat sich wieder eingetrübt.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Generelle Landarztquote ist vom Tisch

Der Masterplan Medizinstudium 2020 ist in trockenen Tüchern. Länder können, müssen aber keine Zulassungsquote für Landärzte in spe festlegen. mehr »

Was neue Onkologika den Patienten tatsächlich bringen

Ist das Glas halb voll oder halb leer? Neue Onkologika haben die Überlebenszeit von Krebspatienten in den vergangenen zwölf Jahren im Schnitt um 3,4 Monate verlängert. Dieser Vorteil geht oft zulasten der Sicherheit. mehr »

Kassen und KBVdrücken aufs Tempo

Bisher trat die Selbstverwaltung bei der Digitalisierung eher als Bremser auf. Bei den Formularen geben KBV und Kassen jetzt Gas: Im Juli kommt der digitale Laborauftrag. mehr »