Ärzte Zeitung, 15.12.2014

Rendite-Aussicht

US-Aktien locken Privatanleger

Die Vereinigten Staaten ziehen zunehmend die Aufmerksamkeit von Anlegern auf sich. Analysten machen Hoffnung auf ordentliche Renditen im Land der unbegrenzten Möglichkeiten.

Von Jürgen Lutz

US-Aktien locken Privatanleger

Die bevorstehenden Kongresswahlen könnten den US-Börsenwerten weiteren Aufwind verleihen.

© fotopro / fotolia.com

FRANKFURT/MAIN. Die Nachrichtenagentur Bloomberg meldete jüngst, dass es die Superreichen dieser Welt zunehmend ins Land der unbegrenzten Möglichkeiten zieht.

Immer mehr Family Offices, die sehr betuchte Kunden aus anderen Weltteilen betreuen, eröffneten Außenstellen in den USA, um vom dortigen Aufschwung zu profitieren.

Angelockt werden sie offenbar von der aggressiven Geldpolitik der Notenbank, vom Fracking-Boom, der die Kosten für Unternehmen und Haushalte drückt, und von besseren Unternehmensbilanzen.

Doch nicht nur Multimillionäre, auch Anleger mit kleinerem Geldbeutel sollten mittel- und langfristig profitieren, wenn sie einen Teil ihres Geldes in amerikanische Aktien investieren - zu diesem einstimmigen Fazit kommen von der "Ärzte Zeitung" befragte unabhängige Vermögensverwalter. Denn für die USA sprechen außer guten Gründen auch hervorragende Anlagemöglichkeiten.

Für Uwe Zimmer von der Meridio Vermögensverwaltung gehört zu diesen guten Gründen, dass die USA durch Fracking immer unabhängiger von Energie aus dem Ausland werden. "Das Geld für den Einkauf der Energie wird im eigenen Land investiert und fließt nicht ab.

Das sollte die US-Wirtschaft stärken", sagt er. Zimmer verweist zudem darauf, dass viele Innovationen, die Wachstum schaffen, aus den USA stammen: "Maßgebliche Trends vom Internet über Social Media und Smartphones bis zum Fracking kommen von dort. Das dürfte so weitergehen", so seine Überzeugung.

Mehr Menschen, mehr Konsum

Profitieren dürften die amerikanischen Unternehmen und die Volkswirtschaft auch von der weiter wachsenden Bevölkerung - nach Ansicht von Thilo Stadler von I.C.M. Independent Capital Management in Mannheim "ein enormer Vorteil gegenüber Industrieländern, die deutlich niedrigere Geburtenraten und keine so starke Zuwanderung aufweisen".

Denn: Mehr Menschen heißt mehr Konsum - und mehr Umsatz und Gewinn für die Unternehmen.

Noch ein gewichtiger Grund spricht dafür, aktuell in den USA zu investieren: die bevorstehenden Kongresswahlen. Jedes Mal seit 1942, nachdem die US-Bürger Senat und Repräsentantenhaus wählten, stiegen die Kurse in den darauf folgenden zwölf Monaten - und zwar im Schnitt um mehr als 15 Prozent.

Nach den Wahlen von 1954 gab es mit 32,2 Prozent den größten Zuwachs, elf von 15 Mal war das prozentuale Plus zweistellig, ein Verlustjahr war nie zu verzeichnen.

Vorteilhaft für Anleger könnte zudem das aktuelle Patt zwischen Republikanern und Demokraten sein. Denn die "Grand Old Party" hat bei den Kongresswahlen beide Kammern erobert, im Weißen Haus sitzt mit Barack Obama ein Präsident der Demokraten. Diese Konstellation gab es auch 1994 unter Präsident Bill Clinton - der S&P 500 legte danach um 27 Prozent zu.

Ed Yardeni, früher Analyst bei der Deutschen Bank, lieferte jüngst eine plausible Erklärung: Wenn sich Präsident und Parlament gegenseitig blockieren, können sie keinen Schaden durch Gesetze anrichten.

Währungseffekte beachten

Anlegern stehen an den US-Börsen mehrere Möglichkeiten offen. Wer es sich zutraut, kann in Einzeltitel wie McDonald's oder Apple investieren.

Alle anderen dürften mit Fonds besser beraten sein. Stadler rät zu passiven Produkten, also Indexfonds (ETF), die den breiten Markt, etwa den S&P 500, nachbilden und die es auch in währungsgesicherten Varianten gibt.

Der Grund: An sehr gut entwickelten Kapitalmärkten wie in den USA fällt es aktiv gemanagten Fonds schwer, die Vergleichsindizes regelmäßig zu schlagen. Aktive Fonds haben jedoch deutlich höhere Managementgebühren als ETF.

Ob eine Währungsabsicherung wirklich sinnvoll ist, muss jeder Anleger für sich entscheiden. Jan-Patrick Weuthen von B&K Vermögen in Köln verweist auf die robuste US-Konjunktur und die bald straffere Geldpolitik - "beides sollte für einen festen US-Dollar sprechen", so der Vermögensverwalter. In dem Fall würden Anleger aus der Eurozone Währungsgewinne winken.

Wer von Einkünften aus Kapitalanlagen lebt, dem empfehlen Zimmer und Stadler jedoch eine Absicherung, um das Währungsrisiko auszuschalten.

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