Ärzte Zeitung, 01.09.2015

Anlagen-Kolumne

Weiterhin solides Fundament

Von Jens Ehrhardt

Weiterhin solides Fundament

Wie gewonnen, so zerronnen. Die weltweiten Indizes haben ihre enormen Kursgewinne vom Jahresanfang wieder abgegeben.

Die Geschwindigkeit des Rückgangs war sehr außergewöhnlich und löste heftige Schwankungen aus. Die Volatilitätsindizes, die in der Regel sehr gute Signale für den Panik-Zustand an der Börse geben, haben extrem stark ausgeschlagen. Die Stimmungs- und Umfrageindikatoren haben sich entsprechend deutlich eingetrübt.

Die Erklärung für die jüngsten Kursrückgänge ist insbesondere die hohe Prognoseunsicherheit für die chinesische Konjunktur und die Maßnahmen der Regierung zur Abwertung des chinesischen Renminbi.

Angesichts der deutlichen Stimmungseintrübung und der starken Kursrückgänge ist nun eine Kurserholung jedoch wahrscheinlich.

Wenig ratsam sind Panikverkäufe in solchen Phasen. Die deutlich gestiegenen Börsenumsätze deuten auf einen Tiefpunkt hin, denn in der Regel werden bei deutlichen Marktrückgängen Stop-Loss-Marken gerissen und die Investoren verkaufen irrational - das kann immer wieder beobachtet werden.

Konjunktur in moderat guter Verfassung

Neben diesen technischen gibt es auch ein handfestes fundamentales Argument. Durch den Absturz der Aktien ist die relative Bewertung gegenüber Anleihen deutlich attraktiver geworden, denn Anleihen wurden kaum in Mitleidenschaft gezogen.

Gespräche mit Unternehmen verschiedenster Branchen belegen, dass die Konjunktur weiterhin in einer Verfassung ist, die keine massiven Einbrüche rechtfertigt. Europa, Japan und USA laufen weiter moderat gut.

Da sich die Schwellenländer jedoch sehr schwach entwickeln, sollten bei der Aktienselektion jene Titel bevorzugt werden, die binnenorientierter aufgestellt sind. Vorsichtige Anleger sollten abwarten, bis sich ein Aufwärtstrend etabliert und die 200-Tage-Linien wieder überschritten werden.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »