Ärzte Zeitung, 11.09.2015

Wohnen

Deutsche zahlen im Schnitt 845 Euro im Monat

Deutschlands Verbraucher sind seit Jahren in Kauflaune. Ihre Konsumausgaben steigen daher stetig. Deutlich mehr als ein Drittel des Budgets geht allein fürs Wohnen drauf - Tendenz steigend.

WIESBADEN. Die eigenen vier Wände sind den Deutschen lieb und vor allem teuer. Die privaten Haushalte haben im Jahr 2013 mit durchschnittlich 845 Euro im Monat mehr als ein Drittel (34,5 Prozent) ihrer Konsumausgaben für Wohnen, Energie und die Instandhaltung ihrer Wohnung aufgewendet.

Das geht aus der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe hervor, aus der das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden berichtet hat. Danach gaben die privaten Haushalte 2013 insgesamt durchschnittlich 2448 Euro pro Monat für ihren Konsum aus.

Zweitgrößter Posten nach Wohnen und Energie war Ernährung und Kleidung (19 Prozent) vor Verkehr, Post und Telekommunikation (17 Prozent).

Weitere 16 Prozent ihrer Konsumbudgets gaben die Verbraucher für Freizeit, Unterhaltung, Kultur sowie fürs Essengehen und für Hotelübernachtungen aus. 14 Prozent entfielen auf andere Waren und Dienstleistungen, Möbel und Haushaltsgeräte, Gesundheitspflege sowie Bildung.

Kaum Unterschied zwischen Ost und West

Die Unterschiede im Konsum zwischen Ost- und Westdeutschland sind nur gering, wie die Stichprobe der Statistiker ergeben hat - die Menschen verwenden ihr Geld für ähnliche Dinge.

Allerdings haben die Osthaushalte mit durchschnittlich 2048 Euro nur rund 80 Prozent des Konsumetats der Westdeutschen zur Verfügung.

Insgesamt steigen die Ausgaben der privaten Haushalte in Deutschland stetig: Die Gründe dafür sind vielfältig: Sowohl die Inflation als auch die gestiegenen Einkommen sowie die aktuelle Rekordbeschäftigung dürften dazu beigetragen haben.

Hinzu kommt, dass Verbraucher angesichts der extrem niedrigen Zinsen seit Jahren mehr Geld in den Konsum stecken, da sich Sparbuch und viele andere Geldanlagen kaum noch lohnen.

1998: 2061 Euro für den Konsum

Nach den Zahlen der Statistiker gaben die Privathaushalte 1998 im Schnitt monatlich nur 2061 Euro für den Konsum aus, 2008 waren es bereits rund 2245 Euro.

Dabei ist der Anteil, der für die eigenen vier Wände ausgegeben wird, ebenfalls gestiegen: Von 31,9 Prozent (657 Euro) im Jahr 2008 auf 34,5 Prozent (845 Euro) 2013.

Allerdings steckten die Haushalte in den neuen Bundesländern 2013 "nur" 33,4 Prozent ihrer Konsumetats oder 684 Euro in diesen Bereich - auch, weil Wohnraum in Teilen Ostdeutschlands günstiger ist.

Im Westen gaben die Privathaushalte im Schnitt 888 Euro (34,8 Prozent) für das Wohnen aus.

Kleidung, Freizeit und Kultur ließen sich die Menschen dagegen im Verhältnis weniger kosten. Konstant blieben über die Jahre die Ausgaben für Nahrungsmittel, Getränke und Zigaretten. (dpa)

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